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Ausland

Trump verbreitet in Pandemie falsche Aussage zu Masken

Freitag, 16. Oktober 2020

US-Präsident Donald Trump /dpa

Washington – Auch nach seiner inzwischen überstandenen COVID-19-Erkrankung zieht US-Präsident Donald Trump den Sinn von Masken im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Zweifel – mit falschen Aussagen.

„85 Prozent der Menschen, die eine Maske tragen, fangen es sich ein“, sagte Trump ges­tern bei einem Wahlkampfauftritt in Greenville im US-Bundesstaat North Carolina. Er ver­wies dabei fälschlicherweise auf Daten der Gesundheitsbehörde CDC.

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Tatsächlich hatten nach einer CDC-Untersuchung 85 Prozent einer Gruppe von Corona­vi­rusinfizierten im Juli angegeben, sie hätten in den 14 Tagen zuvor oft oder immer eine Maske getragen. Stoffmasken schützen nach Einschätzung von Experten andere Personen vor infizierten Trägern eines Mund-Nasen-Schutzes – nicht den Träger selbst.

Beim Wahlkampfauftritt gestern trugen Trump und die große Mehrheit seiner Anhänger keinen Mund-Nasen-Schutz. „Masken, keine Masken, Sie können alles tun, was sie wollen, aber sie brauchen trotzdem die Hilfe vom Boss“, sagte der Präsident, der dabei in Rich­tung Himmel zeigte und sich offensichtlich auf Gott bezog.

Trump verwies auf Aussagen des führenden US-Gesundheitsexperten Anthony Fauci, der zu Beginn der Pandemie nicht zum Tragen von Masken geraten hatte. Als Trump Faucis Namen nannte, kam es zu vereinzelten Buh-Rufen. „Aber er ist ein netter Kerl, also be­halte ich ihn in meiner Umgebung“, sagte Trump.

Der Republikaner unterstellte Fauci: „Er ist ein Demokrat, jeder weiß das.“ Fauci hatte zuletzt dagegen protestiert, ohne seine Zustimmung in einem Wahlkampfvideo Trumps zitiert zu werden. Der renommierte Immunologe hat sowohl unter demokratischen als auch republikanischen Präsidenten gearbeitet.

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA stieg unterdessen mit fast 60.000 an einem Tag auf den höchsten Stand seit Anfang August. Vorgestern wurden rund 59.500 Menschen positiv getestet, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Die Zahl der Todesfälle blieb demnach relativ stabil bei 985.

Insgesamt wurden in den USA der Universität zufolge seit Beginn der Pandemie 7,9 Millionen Infektionen gezählt, rund 217 000 Menschen starben. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen. © dpa/aerzteblatt.de

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