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Jeder Vierte hat Angst, erste Hilfe zu leisten

Freitag, 16. Oktober 2020

Laienreanimation /pixelaway, stock.adobe.com

Hamburg – Viele Menschen in Deutschland sind unsicher im Umgang mit Herzdruck­mas­sage und Co. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Demnach traut sich ein Viertel aller Befragten nicht zu, im Notfall Erste Hilfe zu leisten.

Dabei ergab die Befragung: Je länger der letzte Erste-Hilfe-Kurs her, desto größer die Un­sicherheit. So fühlen sich 98 Prozent der Befragten, die in den letzten zwei Jahren einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben, fit im Umgang mit einer Notallsituation.

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Bei zwei bis fünf Jahren sind es nur noch 82 Prozent. Liegt der Kurs noch länger zurück, sind es nur noch 62 Prozent. Bei den Befragten, die noch nie einen Kurs besucht haben, traut sich noch nicht einmal die Hälfte zu, im Notfall einzugreifen (44 Prozent). Das sind laut Umfrage immerhin sieben Prozent der Menschen in Deutschland.

Bei den 93 Prozent, die nach eigenen Angaben schon mal an einem Erste-Hilfe-Kurs teil­genommen haben, ist das häufig aber schon lange her. So gab fast jeder Vierte (23 Pro­zent) an, das der Kurst mehr als 20 Jahre zurückliegt. Bei den älteren Menschen ab 60 betrifft das sogar bei fast jedem Zweiten (46 Prozent) zu. Sieben Prozent der Menschen in Deutschland haben noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht.

„Die meisten haben ihren letzten Erste-Hilfe-Kurs im Zusammenhang mit dem Führer­schein gemacht“, sagte TK-Vorstandsvorsitzender Jens Baas. Doch das sei zu wenig. „In Skandinavien lernen bereits Kindergartenkinder, wie Erste Hilfe funktioniert. Das zieht sich durch die Schule bis in die Arbeitswelt“, so Baas. Dieser selbstverständliche Umgang mit Erster Hilfe sollte auch in Deutschland wachsen.

Um das zu unterstützen, hat die TK in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wieder­be­lebung (GRC) eine Erste-Hilfe-App fürs Smartphone entwickelt. Die Anwendung „TK-Res­cueMe VR“ ist kostenlos und vermittelt in wenigen Minuten mit Hilfe von Virtual Reality die Herzdruckmassage unter Realbedingungen.

Notwendig dafür ist nur ein Smartphone und ein Cardboard, dass im Inter­net erhältlich ist. Mit Hilfe der App wird der Nutzer direkt in eine virtuelle Notfallsituati­on gebracht und muss unter Zeitdruck eine Wiederbelebung ausführen.

„Durch die Simulation fühlt sich der Nutzer wie in einer echten Notfallsituation, dort geht es dann ja auch um jede Sekunde“, sagte GRC-Vorstandsvorsitzender Bernd Böttiger. Die App sei nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen eingerichtet, könne aber keinen Erste-Hilfe-Kurs ersetzen. Aber sie frische altes Wissen auf und könne jederzeit genutzt werden – sowohl im privaten Bereich als auch in Unternehmen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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