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Politik

Datenintensive Krebsforschung: Deutschland droht Anschluss zu verlieren

Montag, 19. Oktober 2020

/catalin, stockadobecom

Berlin – Die Auswertung riesiger Datensätze – Big Data – verspricht innovative neue Erkenntnisse für die Therapie von Erkrankungen, auch in der Onkologie. Aber aktuell importiere Deutschland solche Innovationen vor allem aus China, sagte Michael Hallek, Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf, heute bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des 6. Interdisziplinären Symposiums „Innovations in Oncology“.

„Wenn Deutschland bei diesen Entwicklungen in der datenintensiven Krebsforschung nicht den Anschluss verlieren will, insbesondere im Wettbewerb mit China und den USA, dann müssen wir rasch und entschlossen handeln“, sagte Hallek, der auch Direktor der Klinik I für Innere Medizin des Universitätsklinikums Köln ist.

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Zwar existieren die für die Krebsforschung notwendigen Daten auch in Deutschland, aber ihre Nutzung in der For­schung ist erschwert. Nicht nur seien die Daten in unterschied­lichsten Medien, Registern und Institutionen ge­speichert. An der Sammlung und Analyse dieser Daten seien auch sehr unterschiedliche Stakeholder beteiligt, die nicht immer die gleichen Interessen verfolgten, wie Hallek anmerkte.

Erschwerend hinzu kämen Datenschutz, fehlende Datenverarbeitungsmöglichkeiten und Barrieren bei der Datenübermittlung zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern im Gesundheitswesen.

Hallek forderte deshalb, die Anstrengungen zu intensivieren, um Innovationen auch in Deutschland und Europa zu ermöglichen, und schneller in die Patientenversorgung zu bringen – etwa durch „sichere Datentransfers, die trotzdem Forschung ermöglichen“.

Anonymisierte Patientendaten und Krebsmerkmale beziehungsweise -genome müssten frei und sicher ausgetauscht werden können. Der Kölner Onkologe hob hier vor allem die freiwillige Datenspende als gute Möglichkeit hervor.

Er plädierte weiter dafür, Kooperationen zwischen Forschern, Ärzten, Spendern, Patienten und Patientenvertretern, Biotechnologie- und Pharmaunternehmen erheblich zu intensi­vieren. Nur so sei es langfristig möglich, Patienten mehr Therapien früher zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention von Krebs zu verbessern. © nec/aerzteblatt.de

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