NewsVermischtesBKK Dachverband beklagt Ungleichbehandlung von PKV- und GKV-Versicherten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

BKK Dachverband beklagt Ungleichbehandlung von PKV- und GKV-Versicherten

Dienstag, 20. Oktober 2020

/Stockfotos-MG, stock.adobe.com

Berlin – Versicherte der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) waren während des Corona-Lockdowns in diesem Frühjahr gegenüber Privatversicherten (PKV) benachteiligt. Das schließt der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) aus einer Online-Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Statista. Das Institut befragte 3.000 Personen im Alter ab 18 Jahren aus ganz Deutschland.

Danach gab es vor allem bei jüngeren Versicherten einen bewussten Verzicht auf Gesundheitsleistungen. Fast jedem fünften Deutschen (19 Prozent) wurde jedoch auch eine fest eingeplante Gesundheitsleistung Corona-bedingt abgesagt. Am häufigsten wurden Termine von Haus- beziehungsweise Fachärzten sowie von Zahnärzten (jeweils 34 Prozent) zunächst gestrichen, davon rund die Hälfte aber später nachgeholt. Auch geplante stationäre Aufenthalte wurden den Versicherten aufgrund der Freihaltung von Kranken­hausbetten für Covid-19-Erkrankte abgesagt (16 Prozent).

Anzeige

Allerdings erhielten GKV- und PKV-Versicherte laut dem Krankenkassenverband unter­schiedliche Angebote für eine Ersatzversorgung. Ein Drittel (33 Prozent) der gesetzlich Versicherten erhielten eine Absage ihrer medizinischen Behandlung, ohne dass ihnen Alternative angeboten worden seien, zum Beispiel eine Verschiebung des Termins. Ungefähr die Hälfte (46 Prozent) der Betroffenen gaben an, dass sich dies ihrem Empfinden nach negativ auf den eigenen Gesundheitszustand ausgewirkt habe.

Hingegen wurden laut der Umfrage nur bei 14 Prozent der privat Versicherten Gesundheits­leistungen ersatzlos gestrichen. Privat Versicherten wurde darüber hinaus häufiger eine Ersatzversorgung durch einen anderen Leistungserbringer (18 Prozent versus zwölf Prozent) oder eine andere Art der Leistungserbringung zum Beispiel durch eine Videosprechstunde angeboten, als gesetzlich Versicherten (33 Prozent versus elf Prozent).

„Gerade auch vor dem Hintergrund, dass überwiegend die GKV und damit die gesetzlich Versicherten die pandemiebedingten Mehrkosten – unter anderem durch Schutzschirme für ärztliche Leistungserbringer und den Aufbau von Intensivkapazitäten in Krankenhäusern – tragen, ist diese Ungleichbehandlung von PKV- und GKV-Versicherten nicht hinnehmbar“, erklärte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #550935
Arco
am Dienstag, 20. Oktober 2020, 19:03

Es ist doch ein offenes Geheimnis,...

...dass es große Unterschiede in der Versorgung von privaten und gesetzlich versicherten gibt. Ob Terminverfügbarkeit, Leistungsumfang oder Qualität, in einem System, in dem es Budgetierung, Regresse, Kopfpauschalen (Flatrate)- Finanzierung, Punkte, Zwang zur kostenlosen Arbeit, Zeitdruck, Mega-Bürokratie und entwürdigende QuartalsHonorare gibt, ist die Leistung eben nur nach Vorschrift (SGB5).
Schaffen Sie dieses würdelose System ab, Herr Knieps. Ihre Versicherten werden es Ihnen danken.
LNS

Nachrichten zum Thema

1. Dezember 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) setzt in der Coronapandemie darauf, dass im Januar 2021 die ersten Impfungen absolviert sind. „Unser Ziel ist es, dass bereits im Januar die ersten
SARS-CoV-2: Erste Gruppen sollen im Januar geimpft sein
1. Dezember 2020
Bonn – Die Coronakrise trifft den Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung hart. Insgesamt waren im Oktober in Deutschland fast 174.000 Menschen mit Schwerbehinderung ohne Arbeit, rund 13 Prozent
Corona trifft Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung
1. Dezember 2020
Berlin – Der nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) hat Engpässe bei der Versorgung mit Coronaschnelltests eingeräumt. Er kenne „in der Tat Altenheime, die bisher keine
Laumann räumt Engpässe bei Versorgung mit Coronaschnelltests ein
1. Dezember 2020
Hamburg – Die beiden Hamburger Notfallpraxen in Altona und Farmsen sollen nach dem Willen der Kassenärztlichen Vereinigung nur noch Patienten mit dem Verdacht auf Corona oder eine andere
Zwei Hamburger Notfallpraxen nur noch für Atemwegsinfekte separiert
1. Dezember 2020
Berlin – Trotz der leicht rückläufigen Neuinfektionszahlen haben einem Bericht zufolge mehr Gesundheitsämter Schwierigkeiten bei der Kontaktnachverfolgung von Coronainfizierten. 60 der deutschlandweit
Zahl der überforderten Gesundheitsämter steigt weiter an
1. Dezember 2020
München – Trotz hoffnungsvoller Berichte über eine nahe Impfung gegen das Coronavirus mahnt der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner zur weiteren intensiven Forschung an Medikamenten. „Was wir
Mediziner: Weitere Forschung an Coronamedikamenten nötig
1. Dezember 2020
Passau – Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hält die Lage in den Krankenhäusern derzeit für beherrschbar – wenn die Zahl der mit SARS-CoV-2 Infizierten nicht weiter
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER