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Politik

Söder attestiert Deutschland „politisch-mentales“ Problem bei Coronaeindämmung

Mittwoch, 21. Oktober 2020

/picture alliance, Peter Kneffel

Berlin – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts der sich wieder verschärfenden Coronakrise zu mehr Problem- und Verantwortungsbewusstsein aufge­rufen.

Die bundesweit wieder stark steigenden Infektionszahlen seien nicht auf Versäumnisse bei der Bekämpfung der Pandemie zurückzuführen, sagte Söder heute im ZDF-Morgenmagazin. „Das Problem, das wir haben, ist kein logistisches. Wir haben ein politisch-mentales.“

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„Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet. Es wird schöngeredet“, ergänzte der CSU-Chef. Im Ergebnis sei „die Mehrzahl der Menschen“ nun der Meinung, es gebe „überhaupt kein Problem“. Dabei steige inzwischen bereits die Zahl der schweren Krank­heitsverläufe und der Todesfälle.

Es sei entscheidend, die Pandemie als „mentale, als geistige Herausforderung“ zu sehen und solidarisch zu handeln. Nötig sei ein Gemeinschaftsakt.

Erneut sprach sich Söder darüber hinaus für eine Verlagerung von Kompetenzen in der Pandemiebekämpfung auf die nationale Ebene aus. Bei aller nötigen regionalen Flexi­bilität in den Eindämmungskonzepten brauche es „mehr einheitliche Linien“.

Derzeit gebe es zwar die Vereinbarungen der Ministerpräsidenten zu Fragen wie Masken­pflicht oder Besucherobergrenzen bei Partys. Die Erfahrung zeige jedoch, dass dabei ständig nachgesteuert werden müsse, sagte er. Dabei wäre ein „grundlegenderer Durch­griff, der national erfolgt in einem nationalen Pandemieplan“ hilfreich.

Im Rahmen einer Regierungserklärung zur Coronakrise im Landtag in München kündigte Söder heute zudem für Regionen mit drastisch erhöhten Coronazahlen eine Beschrän­kung von Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr an.

Dies soll dann greifen, wenn die Zahl von 100 SARS-CoV-2-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Ausnahmen soll es laut Söder etwa für Gottesdienste und Demonstrationen geben. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #831974
BB-DD
am Donnerstag, 22. Oktober 2020, 11:43

penangexpag

Was ist daran verzerrt? Wenn ein gewählter Ministerpräsident sich darüber beschwert, dass seine politischen Handlungen im Widerspruch zur Mehrheitsmeinung stehen, obwohl er alles dafür tut, sein Handeln mit wissenschaftlichen - vor allem nicht unwidersprochenen - Fakten zu belegen und auf diese Weise mit Zustimmung zu versehen, dann hat dieser Herr ein Problem und nicht der Rest der Welt.
Ich wehre mich auch gegen die Behauptung, die "Mehrzahl der Menschen" sehe "überhaupt kein Problem". Die Menschen sehen das Problem mit dem Virus, nur kommen sie durch nun endlich langsam erfolgende Einordnung und Normierung sowie durch Abwägung dieses Problemes und den aus der vermeintlich einzig richtigen Problemlösung neu entstehenden Probleme eben zu vollkommen anderen Lösungsansätzen, als es Herr Söder offenbar fähig oder zumindest Willens ist zu verstehen.
Avatar #760232
penangexpag
am Donnerstag, 22. Oktober 2020, 10:46

BB-DD am Donnerstag, 22. Oktober 2020, 10:10

Mein Gott - was ist das für eine verzerrte Perspektive!
Avatar #831974
BB-DD
am Donnerstag, 22. Oktober 2020, 10:10

Herr Söder

"Im Ergebnis sei „die Mehrzahl der Menschen“ nun der Meinung, es gebe „überhaupt kein Problem“. Dabei steige inzwischen bereits die Zahl der schweren Krank­heitsverläufe und der Todesfälle."

Lieber Herr Ministerpräsident Söder, möglicherweise sollten Sie ja einmal über Ihr eigenes mentales Problem nachdenken und sich endlich helfen lassen, ihre Gefährdungsanalyse mit der, wie sie sagen, Mehrzahl der Bevölkerung zur Deckung zu bringen. So läuft das nun mal in der Demokratie. Auch ein bayrischer Ministerpräsident ist nicht frei, seine persönliche Hysterie durch aus dem Ruder laufende Einschränkungen von Grundrechten der Bevölkerung widerspruchsfrei zu beruhigen.
LNS

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