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Coronapandemie verstärkt laut Umfrage Missbrauch von Alkohol und Tabak

Mittwoch, 21. Oktober 2020

/laboko, stockadobecom

Hannover – Der Missbrauch von Alkohol und Tabak steigt laut der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Deutschland seit Jahren. Die Coronakrise hat diesen Anstieg gemäß einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Kasse nochmals verstärkt. Dazu hat das Meinungs­forschungsinstitut forsa 1.005 Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren online repräsentativ befragt.

Die Krankenkasse verzeichnet bei ihren Versicherten, die wegen einer Abhängigkeit, Entzugserscheinungen, eines akuten Rausches oder psychischer Probleme aufgrund sogenannter legaler Drogen ärztlich behandelt wurden, von 2009 auf 2019 einen Anstieg bei exzessivem Tabakkonsum von fast 79 Prozent und beim Rauschtrinken von fast 37 Prozent. „Von Tabakmissbrauch waren zuletzt mehr als 110.000 und von Alkoholsucht mehr als 28.000 KKH-Versicherte betroffen. Hochgerechnet auf ganz Deutschland sind das etwa 5,2 beziehungsweise 1,3 Millionen Menschen. Da die Daten nur ärztlich diagnostizierte Fälle erfassen, dürfte die Dunkelziffer aber weitaus höher sein“, hieß es aus der Krankenkasse.

Bei der forsa-Umfrage gaben rund ein Viertel derjenigen, die ohnehin schon mehrmals wöchentlich Wein, Bier, Sekt oder Hochprozentiges konsumierten, an, dies seit der Pandemie häufiger zu tun. Jeder neunte regelmäßige Raucher und jeder dritte Gelegenheitsraucher gab zudem an, seit Corona häufiger zu rauchen. Ganz oben auf der Skala stehen Zigaretten mit 71 Prozent. Jeder Sechste in dieser Altersgruppe raucht außerdem Shisha und jeder zwölfte konsumiert illegale Drogen wie Cannabis.

„Ein gesteigerter Coolness-Faktor sowie Stress und Langeweile zählen zu den häufigsten Gründen, warum gerade junge Menschen trinken und rauchen“, kommentiert Michael Falkenstein, Experte für Suchtfragen bei der KKH, die Umfrageergebnisse. Rauschmittel seien zudem in Krisenzeiten für viele Menschen eine Art Bewältigungsmechanismus.

„Die große Gefahr dabei ist, dass aus dem vermehrten Konsum während einer schweren Phase eine Gewohnheit wird und dadurch ein noch höheres Risiko für eine Abhängigkeit entsteht“, warnte er. Falkenstein gibt gerade mit Blick auf Tabaksüchtige zu bedenken, dass diese nicht nur ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzten, sondern auch diejenigen gefährdeten, die passiv mitrauchten.

Die Umfrage untermauert laut der Kasse einmal mehr, wie wichtig es sei, rechtzeitig mit der Prävention zu beginnen. „Wir müssen Jugendliche möglichst früh erreichen, am besten schon, bevor sie überhaupt anfangen, Drogen wie Alkohol zu konsumieren“, so Falkenstein. © hil/aerzteblatt.de

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