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Ärzteschaft

Geriater fordern intensivere Maßnahmen gegen Mangelernährung

Mittwoch, 21. Oktober 2020

/Photographee.eu, stock.adobe.com

Berlin – Bis zu 50 Prozent der geriatrischen Patienten sind mangelernährt. Darauf weist die Arbeitsgruppe (AG) „Ernährung und Stoffwechsel“ der deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hin.

„Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir in den Krankenhäusern wie auch in Pflege­einrichtungen und Altersheimen eine wesentlich bessere Aufklärung zu Ursachen und Folgen einer Mangelernährung. Gerade bei Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust muss sofort gehandelt werden“, sagte die Leiterin der AG, Dorothee Volkert vom Institut für Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

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Mögliche Folgen einer Mangelernährung im Alter sind laut der Fachgesellschaft ein erhöhtes Krankheitsrisiko und eine verzögerte Genesung. Außerdem nehme die Muskelkraft ab. Letztendlich würden Selbstständigkeit und Lebensqualität eingeschränkt. „Deswegen sollten Betroffene sofort reagieren und die eigene Ernährung optimieren“, sagte Volkert.

Ein Problem sei allerdings, dass viele ältere Menschen Hunger und Durst nicht adäquat wahr- und daher zu wenig Nährstoffe und Flüssigkeit aufnähmen. Viele ältere Menschen leiden laut der AG zudem unter Kau- und Schluckproblemen, haben Schwierigkeiten bei Einkauf und Zubereitung von Mahlzeiten, müssen alleine essen oder haben grundsätzliche Sorgen und Ängste, die zu einer mangelnden Ernährung führen können.

„Hier sollte niemand die falsche Scheu haben, nach passender Unterstützung zu fragen. Hilfe beim Einkaufen oder der Essenszubereitung gehören einfach dazu. Bei Bedarf gibt es auch spezielles Besteck, Teller oder Tassen, die das Essen erleichtern“, so Volkert.

Die AG hat einen Infoflyer für Mediziner, Einrichtungen, Patienten und Angehörige vorgestellt, der Anregungen für eine bessere Ernährung im hohen Alter geben soll. „Als Arbeitsgruppe der DGG bieten wir mit den zusammengestellten Informationen eine fachlich unabhängige Grundlage, die Einrichtungen mit älteren Patienten gerne für sich nutzen können“, so die DGG-Ernährungsexpertin. © hil/aerzteblatt.de

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