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Vermischtes

Großteil der Bürger weißt nicht, wie sich Krankenhäuser finanzieren

Donnerstag, 22. Oktober 2020

/janews094, stock.adobe.com

Hamburg – Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland weiß nicht, wie die Finan­zierung der Kliniken geregelt ist: 58 Prozent denken, die Krankenhausträger wären für Investitionen allein zuständig, nur ein Drittel sieht die Bundesländer in der Pflicht. Das geht aus einer Befragung von 1.000 Bundesbürgern und 200 Bewohnern des Großraums Hamburg durch das Institut Toluna im Auftrag der Asklepios Kliniken hervor.

Auch bei den Behandlungskosten herrscht Verwirrung: Jeder fünfte Bundesbürger, in Hamburg sogar jeder Vierte, geht davon aus, dass die Krankenhäuser die Behandlungs­kosten teils selbst tragen. Jeder Sechste unter 40 Jahren sieht Bund und Länder in der Pflicht, die Behandlungskosten mitzufinanzieren.

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„Die Ergebnisse der Studie zeigen auf frappierende Weise, dass die Bundesbürger das deutsche Gesundheitssystem immer weniger verstehen“, sagte Kai Hankeln, Vorstands­vorsitzender der Asklepios Kliniken.

Auch bei den Investitionen in Medizintechnik herrscht Unwissenheit: Hier vermuten bundesweit 60 Prozent, dass die Finanzierung durch die Klinik erfolgt, 48 Prozent hielten das für richtig. In Hamburg tippen 57 Prozent auf die Klinik. Bei den Älteren gehen zwei Drittel davon aus, dass die Krankenhäuser ihre Medizintechnik selbst finanzieren – sie halten das mehrheitlich auch für richtig. Bei Jüngeren vermuten das nur 44 Prozent. Lediglich jeder Fünfte sieht das jeweilige Bundesland in der Pflicht, wie es eigentlich tatsächlich der Fall ist.

19 Prozent vermuten, dass das jeweilige Bundesland sich an den Personalkosten der Kliniken beteiligt, auf eine Beteiligung des Bundes tippen 13 Prozent. 61 Prozent glau­ben, die Krankenhäuser selbst seien für die Finanzierung zuständig. In Wirklichkeit ist dies Sache der Krankenkassen, was lediglich 26 Prozent der Bürger vermuten.

Der Krankenhausträger weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass die Bundesländer die Kliniken nur unzureichend finanzieren – die Krankenhausträger müssten durchschnittlich die Hälfte der Investitionskosten selbst aufbringen und seien daher darauf angewiesen, Gewinne zu erwirtschaften. © hil/aerzteblatt.de

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