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Ausland

Infektionsrekord in Portugal: Regierung verhängt regionalen Lockdown

Freitag, 23. Oktober 2020

/picture alliance, NurPhoto, Pedro Fiuza

Lissabon – In Portugal hat es erstmals seit Ausbruch der Coronapandemie mehr als 3.000 Neuinfektionen gegeben. Binnen 24 Stunden seien 3.270 neue Ansteckungen mit dem Virus SARS-CoV-2 gemeldet worden, teilten die Gesundheitsbehörden gestern in Lissabon mit. Damit wurde der bisherige, am vorigen Freitag registrierte Höchstwert (2.608) gleich um 662 Fälle übertroffen.

Für die drei am schlimmsten betroffenen Bezirke Felgueiras, Lousada und Paços de Ferreira im Norden des Landes beschloss die Regierung für zunächst eine Woche einschneidende Maßnahmen.

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Die rund 150.000 betroffenen Menschen dürfen ab Mitternacht (1.00 MESZ heute) das Haus nur noch mit triftigem Grund verlassen – etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. In diesen Bezirken, die unweit der Metropole Porto liegen, müssen zudem alle Läden bereits um 22 Uhr schließen.

Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident António Costa beschloss außerdem, dass alle gut 10,3 Millionen Bürger Portugals zwischen dem 30. Oktober und dem 3. November den eigenen Wohnbezirk nicht verlassen dürfen. Damit wolle man zu Aller­heiligen und Allerseelen den für gewöhnlich sehr lebhaften Reiseverkehr eindämmen, hieß es. Am 2. November werde es einen offiziellen Tag der Trauer in Gedenken an die Opfer von COVID-19 geben.

Einer der wichtigsten Coronaberater der Regierung, Manuel Carmo Gomes, warnte derweil, man werde trotz aller Maßnahmen die Infektionskurve nicht so schnell abflachen können. „Wir werden etwa Mitte November bereits die Marke der 5.000 Neuinfektionen pro Tag durchbrechen“, sagte der Epidemiologe der Zeitung Público.

In dem lange Zeit vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommenen Land wurden bereits fast 110.000 Infektionen verzeichnet.

Die Zahl der Menschen, die mit COVID-19 starben, kletterte gestern um 16 auf 2.245. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich in Portugal binnen 14 Tagen 243,4 je 100.000 Einwohner mit dem Virus an.

In einigen europäischen Ländern liegt dieser Wert derweil deutlich höher – allen voran die Tschechische Republik, die auf 1066,3 kommt. In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz gestern bei 98,7. © dpa/aerzteblatt.de

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