NewsÄrzteschaftKBV sieht Weichen für eine intelligente SARS-CoV-2-Test­strategie bereits gestellt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KBV sieht Weichen für eine intelligente SARS-CoV-2-Test­strategie bereits gestellt

Freitag, 23. Oktober 2020

/picture alliance, Rolf Vennenbernd

Berlin – Im Vorfeld der öffentlichen Sitzung des Gesundheitsausschusses am 28. Oktober hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine Stellungnahme zur SARS-CoV-2-Teststrategie vorgelegt.

Darin unterstreicht die KBV die Bedeutung der Nationale Teststrategie als wissenschaft­liche Grundlage der Test-Verordnung des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG). Das dort niedergelegte Vorgehen bilde die Grundlage für eine zielgerichtete Testung von Risikogruppen.

Anzeige

Zum Hintergrund: Die FDP-Bundestagsfraktion hatte im September im Bundestag die Erarbeitung einer „intelligenten und praxistauglichen COVID-19-Teststrategie“ beantragt. Diese solle vor allem an den Prinzipien der Zielgerichtetheit und des Risikogruppen­schutzes ausgerichtet sein.

Zielgerichtetes Testen verringere den Anteil falsch-positiver und falsch-negativer Test­ergebnisse und erhöhe die Akzeptanz des Testens. Zudem forderten die Liberalen die Strategie sowie die Quarantäne- und Testempfehlungen anhand der wissenschaftlich aktualisierten Infektionsdynamik und Viruslast kontinuierlich anzupassen und den Ausbau digitaler Meldewege konsequent voranzutreiben.

Viele der FDP-Forderungen werden aus Sicht der KBV durch die Nationale Teststrategie und die darauf aufbauende Testverordnung bereits erfüllt. So seien in der Testverordnung beispielsweise zuletzt Mitte Oktober Testungsvorgaben und Quarantänebedingungen aktualisiert worden. Die Sicherstellung ausreichender Testkapazitäten für symptoma­tische Personen hält auch die KBV für essenziell.

„Noch wichtiger ist, dass symptomatische Personen niederschwelligen und sofortigen Zugang zu Krankschreibungen erhalten, um so die weitere Verbreitung im Nahverkehr, den Arztpraxen und in Notaufnahmen zu verhindern“, heißt es in der Stellungnahme.

Ob die von der FDP beantragte verkürzte Quarantäne möglich sei, muss aus KBV-Sicht das Robert Koch-Institut (RKI) wissenschaftlich und epidemiologisch bewerten. Die Liberalen hatten beantragt, die Isolationszeit positiv getesteter Personen auf fünf Tage zu verkürzen, wenn diese zu diesem Zeitpunkt ein negatives Testergebnis vorweisen könnten.

Dagegen lehnt die Selbstverwaltung den Vorschlag, Kontaktpersonen ersten Grades bei einem erhöhten Infektionsgeschehen erst am letzten Tag der Quarantäne auf COVID-19 zu testen, ab: „Die umgehende Testung von Kontaktpersonen ist wichtig, damit diese ihre eigenen Kontakte im Schneeballsystem informieren. So können auch die Sekundär­kontakte selbst eine Kontaktreduktion durchführen.“

Bezüglich des geforderten Ausbaus der digitalen Meldewege, verweist die KBV darauf, dass Digitalisierung der vertragsärztlichen Versorgung bereits gelebte Praxis ist. Vertrags­ärztliche Laboren würden alle organisatorischen Möglichkeiten ausschöpfen, Testbefunde zeitnah zu erstellen und zu übermitteln.

Um die Sicherheit von Patienten und Personal in der ambulanten Versorgung zu gewähr­leisten, empfiehlt die Selbstverwaltung Infektsprechstunden oder eigenständige „COVID-19 Einrichtungen“ wieder flächendeckend zu etablieren. Zudem ruft die KBV die Bevölkerung auf, Übertragungsrisiken durch eigenverantwortliches Verhalten zu mini­mieren.

Im Falle eines weiteren, ungebremsten exponentiellen Wachstums des Infektionsgesche­hens sollten laut KBV mehrere Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehören eine schnells­tmögliche Erkennung und unverzügliche Isolation Infektiöser und potenziell Infizierter, eine zeitnahe Testung insbesondere symptomatischer Personen, die Ermittlung, Testung und Isolierung möglichst aller Kontaktpersonen sowie die Bereit­stellung von persönlichen Schutzausrüstungsartikeln in ausreichender Menge. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. November 2020
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Menschen in Deutschland nach der Verschärfung des Teillockdowns beschworen, bei der Kraftanstrengung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 nicht nachzulassen.
Merkel beschwört vor Weihnachten Solidarität in der Pandemie
26. November 2020
Berlin – Zur Weiterentwicklung der Corona-Warn-App soll es offenbar im Dezember ein Spitzengespräch zwischen Bundes- und Landespolitik sowie dem Entwicklerkonsortium und dem Bundesamt für Sicherheit
Spitzengespräch zur Weiterentwicklung der Corona-Warn-App im Dezember
26. November 2020
Berlin – Die nationale Reserve für Schutzausrüstung, die das Bundeskabinett im Juni beschlossen hatte, soll aus drei Phasen bestehen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche
Nationale Reserve für Schutzausrüstung soll in drei Phasen anlaufen
26. November 2020
Berlin – Der Geschäftsführer der Dievini Hopp BioTech Holding, Friedrich von Bohlen und Halbach, geht davon aus, dass DNA- und mRNA-basierte Impfstoffe schnell und günstig adaptiert werden können, um
Auch nach den ersten Coronaimpfungen bleiben offene Fragen
26. November 2020
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder einigten sich gestern auf einen Katalog von Coronamaßnahmen für die Wintermonate. Die erhoffte Trendwende im Kampf gegen
Bund und Länder einigen sich nach hartem Ringen auf schärfere Coronaauflagen
26. November 2020
Berlin – Nach Aussage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) müssen sich die Bundesbürger womöglich bis in den März auf Einschränkungen wegen der Coronapandemie einstellen. „Vor uns liegen
Kanzleramtsminister hält Coronaeinschränkungen bis in den März für möglich
26. November 2020
Stuttgart – An Schulen in Baden-Württemberg soll es bei sehr hohen Fallzahlen künftig Wechselunterricht geben. Dies sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach den Beratungen von Bund
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER