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Spanien ruft erneut Corona­notstand aus, 20.000 SARS-CoV-2-Neu­infektionen in Italien, Bulgariens Regierungschef Borissow positiv getestet

Montag, 26. Oktober 2020

/alexandra, stock.adobe.com

Madrid – Zur Eindämmung der rapide steigenden SARS-CoV-2-Infektionszahlen hat die Regierung in Spanien erneut den nationalen Notstand ausgerufen und eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt.

Die Verhängung des sogenannten Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde gestern bei einer außerordentlichen Ministerratssitzung in Madrid beschlossen, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte. Die Maßnahme trat am Abend mit der Veröffentlichung im spanischen Amtsblatt in Kraft.

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Der Notstand gilt zunächst für zwei Wochen. Eine Verlängerung müsste vom Parlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung der Opposition gleich um sechs Monate bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte Sánchez.

Der Chef der linken Minderheitsregierung betonte, die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemein­schaften, beantragt worden. „Spanien ist in einer extremen Lage“, warnte der Sozialist.

Nur unter dem Notstand darf die Regierung die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken. Anders als beim Alarmzustand, der in Spanien wegen Corona zwischen dem 14. März und dem 20. Juni herrschte, wird diesmal keine totale Ausgangssperre, sondern nur ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens verhängt.

Die Regionen bekommen aber Spielraum zur Ausgestaltung der Ausgehsperre und dürfen, je nach der speziellen Situation, den Beginn zwischen 22 und 24 Uhr und das Ende zwischen 5 und 7 Uhr ansetzen.

Die Anordnung gilt praktisch für das ganze Land. Ausgenommen sind nur die Kanaren. Die Urlaubsregion im Atlantik vor der Westküste Afrikas, die ebenso wie die Balearen samt Mallorca besonders stark vom Tourismus abhängt, hatte zuletzt das Virus wieder einigermaßen unter Kontrolle bekommen. Deutschland und Großbritannien hatten sie daher vor wenigen Tagen von der Liste der Risikogebiete gestrichen.

Spanien ist eines der am schwersten von der SARS-CoV-2-Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Bisher wurden mehr als eine Million Infizierte registriert, knapp 35.000 Menschen starben mit COVID-19. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt bei 191,11 mit steigender Tendenz.

In Italien hat die Zahl der SARS-CoV-2-Neuinfektionen binnen eines Tages erstmals die Marke von 20.000 überschritten. Wie die Behörden gestern mitteilten, wurden 21.273 neue Coronafälle registriert. Seit Beginn der Pandemie gab es in dem Mittelmeerland damit 525.782 bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Coronainfektion stieg gestern um 128 auf 37.338.

Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow ist nach zwei negativen Coronatests nun positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Das teilte er gestern auf Facebook mit. Erst vorgestern war Borissows Quarantäne wegen Kontakten zu einem coronainfizierten Vizeminister aufgehoben worden. Borissow schrieb, er habe bereits am Freitag alle Treffen und öffentliche Auftritte für die kommenden Tage aufgeschoben. Er sei im ständigen Kontakt zu den Ministern.

Auch in dem südöstlichen EU-Land Bulgarien steigen die SARS-CoV-2-Fallzahlen schnell. Derzeit sind bei einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen aktuell 18.246 mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem Balkanland insgesamt 37.562 Menschen angesteckt – 1.084 Infizierte starben.

In Bulgariens Hauptstadt Sofia wurden ab gestern alle Nachtlokale wie etwa Diskos, Bars und Clubs vorerst bis zum 8. November geschlossen, da dort der nötige Sicherheits­abstand nicht eingehalten werden könne.

Zudem rief die Bürgermeisterin von Sofia, Jordanka Fandakowa, die Arbeitgeber auf, nach Möglichkeit ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Die bulgarische Regierung will so einen zweiten landesweiten Lockdown vermeiden. © dpa/aerzteblatt.de

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