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Verdi-Chef fordert mehr Pflegepersonal

Montag, 26. Oktober 2020

/picture alliance, Paul Zinken

Potsdam – Nach der Tarifeinigung für höhere Einkommen in der Pflege dringt Verdi-Chef Frank Werneke nun auch auf mehr Personal in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen. „Es ist gut, dass wir in der Pflege auf der finanziellen Seite etwas bewegen konnten“, sagte Werneke. In den kommunalen Krankenhäusern werde damit das Niveau der Universitäts­kliniken erreicht.

„Das ändert aber erst einmal nichts an dem großen Personalmangel in der Pflege“, so Werneke. Der Verdi-Vorsitzende kündigte an: „Das Thema Personalmangel in der Pflege werden wir in den kommenden Monaten mit großem Nachdruck verfolgen.“

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Nach tagelangem Ringen um den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften gestern auf mehrere Verbesserungen in der Pflege geeinigt. Durch eine neue Pflegezulage sollen die Beschäftigten ab März 2022 120 Euro pro Monat obendrauf bekommen.

Dazu kommt die Aufstockung bestehender Zulagen, wenn eine Pflegekraft auf Intensiv­stationen oder in Wechselschicht arbeitet. Wenn man Zulage und prozentuales Plus zusammenrechnet, kommt man laut der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) in den vereinbarten zwei Jahren und vier Monaten Laufzeit insgesamt auf durch­schnittlich 2.700 Euro mehr pro Pflegekraft.

Insgesamt steigen die Löhne und Gehälter für die 2,3 Millionen Beschäftigten der Kommu­nen und des Bundes zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent und zum 1. April 2022 um 1,8 Prozent. Für die Kommunen kostet das Paket laut VKA rund 4,9 Milliarden Euro. Den Bund belastet es mit 1,2 Milliarden Euro, weil der Abschluss wirkungsgleich für die Beamten übernommen werden soll.

Werneke hatte gesagt, das Gros der Beschäftigten erhalte eine Steigerung von 4 bis 4,5 Prozent. Nur für die oberen Einkommensgruppen gilt eine aufsummierte Steigerung von 3,2 Prozent.

„Ohne einen Ärzte-Tarifvertrag wird es nicht gelingen, ausreichend ärztlichen Nachwuchs für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu gewinnen. Mit dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst werden die Rekrutierungsprobleme des ÖGD nicht einmal ansatzweise gelöst. Das Ergebnis bleibt meilenweit hinter den Erwartungen der Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern zurück“, erklärte heute Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, zum Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst.

Fachärzte in den Gesundheitsämtern sollen ab 1. März 2021 eine Zulage in Höhe von monatlich 300 Euro erhalten, andere Ärzte in den Ämtern bleiben unberücksichtigt. „Junge Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung absolvieren, werden sich kaum für den ÖGD entscheiden, wenn sie gegenüber einer Tätigkeit im stationären oder ambulanten Bereich massive Gehaltsverluste in Kauf nehmen müssen. Nur mit einem echten Ärzte-Tarifvertrag lassen sich die bestehenden Unterschiede in der Vergütung dauerhaft ausgleichen. Zulagen sind kein Ersatz für ordentliche Tarifgehälter“, so Johna. © dpa/aerzteblatt.de

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