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Ärzteschaft

Diabetologen fordern mehr An­strengungen gegen Fußamputationen

Montag, 26. Oktober 2020

/angkhan, stock.adobe.com

Berlin – In Deutschland müssen Ärzte jedes Jahr rund 50.000 Amputationen aufgrund eines diabetischen Fußsyndroms (DFS) vornehmen. Durch flächendeckende, gezielte Maßnahmen könnte diese Zahl deutlich reduziert werden, konstatiert die Arbeits­gemeinschaft (AG) „Diabetischer Fuß“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

„Noch immer gehen etwa zwei Drittel aller jährlichen Amputationen in Deutschland auf das diabetische Fußsyndrom zurück – rund die Hälfte wäre vermeidbar“, erläutert der Sprecher der AG, Michael Eckhard.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) hat die Coronapandemie die Situation sogar noch verschärft. Grund dafür ist laut dem Präsidenten der Fachgesell­schaft, Dittmar Böckler, dass ab März dieses Jahres nicht unbedingt notwendige Unter­suchungen und Behandlungen zunächst aufgeschoben wurden.

Erschwerend sei hinzugekommen, dass „viele Patienten mit chronischen Durchblutungs­störungen der Beine aus Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion Vorsorgetermine nicht wahrgenommen haben“, so der Ärztliche Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endo­vas­kuläre Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Die DGG wies daraufhin, dass gesetzlich krankenversicherte Patienten mit einem DFS vor einer geplanten Amputation einen Rechtsanspruch eine unabhängige ärztliche Zweitmei­nung erhalten sollen.

„Dies soll Betroffene unterstützen, eine informierte Entscheidung zur möglichen Auswahl zwischen invasiven oder konservativen Behandlungsmöglichkeiten zu treffen und damit gegebenenfalls eine medizinisch nicht gebotene Amputation zu vermeiden“, so Eckhard.

Laut Eckhard erstellt die DDG in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) und weiteren Kooperationspartnern eine Plattform für ein telemedizi­nisches Fußkonsil. Kürzlich sei zudem der Fuß-Pass der DDG erschienen: Er soll durch gezielte Patientenaufklärung das Zweitmeinungsverfahren bekannt machen und zur Senkung der hohen Amputationsrate beitragen.

Nationale wie internationale Studienergebnisse zeig laut der Fachgesellschaft, dass es beim DFS auf eine frühzeitige Zuweisung des Patienten an eine spezialisierte Behand­lungseinrichtung ankomme.

„In zertifizierten Zentren liegt die Rate der Major-Amputationen nur bei etwa drei Prozent, während sie in der Regelversorgung dagegen noch bei über zehn Prozent liegt“, sagte der Experte. Er forderte daher: „Alle Menschen mit DFS müssen an ein multidiszi­plinäres Fußbehandlungsteam verwiesen werden – und zwar ohne Verzögerung.“ © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 6. Januar 2021, 02:06

Das Problem

ist ja nicht die mangelhafte Versorgung durch die Ärzte! Ebenso, wie es keine exulzerierten Mammakarzinome oder fortgeschrittenen Zervixkarzinome geben dürfte - wenn die Patienten doch wenigstens in Behandlung kämen.
Beim DSS kommen noch die auslösenden Verletzungen durch unsachgemäße "medizinische" Fußpflege hinzu, die zu chronischen Paronychien führen, di letztlich dann zu Amputationen führen.
Dass die Hälfte der Amputationen vermeidbar wäre, müssen die Patienten issen! Die warten doch mit dem Arztbesuch so lange, bis der Fuß gangränös zerfällt und der Gestank unerträglich wird.
Ignorieren ist immer noch die Lieblingsstrategie vieler Patienten, die ihren Lebensstil einfach keiner Krankheit unterordnen wollen
Avatar #824774
acci.gruenther@t-online.de
am Dienstag, 5. Januar 2021, 21:15

Diabetologen fordern mehr Anstrengung zur Vermeidung von AmputationenWerte Kollegen,

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