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Politik

Ab November auf Rezepten mit verschreibungs­pflichtigen Arzneimitteln Dosierungsangaben verpflichtend

Montag, 26. Oktober 2020

/stokkete, stock.adobe.com

Berlin – Der Gesetzgeber verpflichtet Ärzte ab November, auf Rezepten mit verschrei­bungspflichtigen Arzneimitteln die Dosierung anzugeben oder kennzuzeichnen, dass sie dem Patienten einen Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanweisung mitgegeben haben.

So sieht es die 18. Verordnung zur Änderung der Arznei­mittel­verschreibungs­verordnung (AMVV) vor, auf welche die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hinweist. Die Angaben erfolgen über die Verordnungssoftware. Dafür haben die KBV und der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) den Anforderungskatalog für Verordnungssoftware bereits für Anfang Oktober um eine entsprechende Funktion ergänzt, damit die Software die neuen Vorgaben rechtzeitig und fehlerfrei unterstützt.

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Auf dem Arzneimittelrezept erfolgt der Aufdruck der Dosierung softwaregestützt hinter dem verordneten Produkt am Ende der Verordnungszeile, zum Beispiel „0-0-1“. Die Kenn­zeichnung, dass ein Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanweisung vorliegt, erfolgt über das Kürzel „Dj“ ebenfalls am Ende der Verordnungszeile. Bei Betäu­bungsmitteln erfolgt in diesem Fall weiterhin die übliche Angabe „gemäß schriftlicher Anweisung“ anstatt des Kürzels „Dj“.

Bereits im Sommer wurde eine weitere Neuerung bei der Arzneimittelverordnung um­gesetzt: Ärzte können Ersatzverordnungen für Arzneimittel mithilfe ihrer Praxissoft­ware als solche kennzeichnen und müssen dies nicht mehr händisch auf das Rezept schreiben.

Eine Ersatzverordnung kann nötig sein, wenn beispielsweise aufgrund eines Arzneimittel­rückrufs erneut ein Arzneimittel verordnet werden muss. Mit dem Gesetz für mehr Sicher­heit in der Arzneimittelversorgung wurde unter anderem geregelt, dass Patienten dann nicht erneut eine Zuzahlung leisten müssen und die Ersatzverordnung im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung als Praxisbesonderheit gilt. Die neu ausgestellte Verordnung muss dafür aber als Ersatzverordnung gekennzeichnet werden. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #760232
penangexpag
am Freitag, 6. November 2020, 04:21

der rat

zit.("Rp. nach Muster 16 gehören grundsätzlich in die Hände des Patienten zurück und nicht nur in den Orkus der Abrechnungs-Bürokratie!") - Das ist absolut richtig. Ob das Rp im "Orkus.." gebraucht wird weiß ich nicht. Aber man könnte natürlich eine Kopie machen. Jedenfalls ist das meine Empfehlung - und da fast jeder ein Handy mit hochauflösender Kamera hat, wäre es wohl auch meistens machbar. Leider bei der "Hauptgruppe" -ältere Leute - eher weniger.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 4. November 2020, 23:39

Vgl. dazu auf meinem DocCheckBlog

https://www.doccheck.com/de/detail/articles/30164-buerokratie-monster-gkv-rezept

Diverse Vertragsärztinnen und Vertragsärzte in Deutschland haben es zum 01.11.2020 wohl schon gemerkt. Arznei­mittel­verschreibungs­verordnungs (AMVV)-Strategen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV), Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Bundesapothekerkammer (BAK), Apothekenverbände und Gesundheits-Politiker schreiten mit konsequentem Ärzte-Bashing zu Tat.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 4. November 2020, 14:33

NEUE GKV-REZEPT-VORSCHRIFTEN

DER PURE WAHNSINN!
Arznei­mittel­verschreibungs­verordnungs (AMVV)-Strategen, Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Bundesapothekerkammer (BAK), Apothekenverbände und Gesundheits-Politiker machen sich lächerlich: DJ steht als Abkürzung für Disk Jockey, der/die Tonträger vor einem Publikum abspielt.

Ihr neckisches >>Dj<<, ausgerechnet mit französischen An- und Abführungszeichen als Abkürzung für „Dosierungsangabe vorhanden: ja“, entlarvt sich als absurd, wenn es auf Impfstoffrezepten für Patienten/-innen stehen muss.

Hausärztinnen/Hausärzte schreiben seit Jahrzehnten Dosierungen/Verordnungspläne. Ursachen für Verunsicherung, Desorientierung und Noncompliance unserer Patienten sind, dass sie bisher nie eine Kontrolle über ihre Rezepte und Medikationen haben, weil ihnen das rote GKV-Kassenrezept nach Muster 16 mit Medikamenten und Arzt-Signatur in der Apotheke weggenommen wird, und sie ihre Verordnungen nicht kontrollieren können.

Mein Hinweis an versorgungsfern und medizinbildungsfremd agierende "Gesundheits"-Politiker, -Bürokraten, Krankenkassen, bzw. Medien und Öffentlichkeit: Für meine Patienten ausgestellte Rezepte (lat. für recipe=„nimm“ Rp.) tragen seit 1992 generell die Signatur als Medikamenten-Einnahmevorschrift. M.D.S. (lat. misce, da, signa "mische, gib und bezeichne“), mit S. abgekürzt (signa=„bezeichne“), nennt Anzahl, Art und Dauer der Anwendung des Arzneimittels. Meinen Patienten wird genau dieses Vertragsarzt-Rezept (aktuell Muster 16) seit Bestehen der GKV in den Apotheken ersatzlos weggenommen. Das ist die Ursache für ständige AMVV-Novellen und Medikamentenpläne. Patienten kommen nach Arzt-/Apotheken-Besuchen mit "Pillenschachteln" nach Hause und rätseln, wer aus verschiedenen Fachrichtungen Ihnen das mit unterschiedlichsten Dosierungen verschrieben haben könnte?

Rp. nach Muster 16 gehören grundsätzlich in die Hände des Patienten zurück und nicht nur in den Orkus der Abrechnungs-Bürokratie!

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #816333
Narkoleptiker1
am Montag, 26. Oktober 2020, 23:20

Das gab es doch schonmal

und es war gut so.
LNS

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