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Primärprävention: Score-System zur COVID-19-Risiko-Ein­schätzung

Dienstag, 27. Oktober 2020

/dpa

München – Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg und der Ludwigs-Maximi­lians-Universität München haben ein neues Score-System vorgestellt. Es soll dabei hel­fen, das individuelle Risiko besser einzuschätzen, wenn eine Person an COVID-19 erkran­ken sollte.

Das Verfahren wurde in erster Linie für die Anwendung im Arbeitsschutz konzipiert und dient als eine konkrete Entscheidungshilfe im Praxisalltag. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) hat jetzt auf diesen sogenannten IKKA-Score hingewiesen. Hintergrund ist, dass Betriebe und Unternehmen eine Fürsorgepflicht für ihre Beschäftigten haben, insbesondere für jene, die einer Risikogruppe angehören.

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„Die Beurteilung des individuellen Risikos für einen schweren Krankheitsverlauf stellt an Ärzte hohe Anforderungen“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Das neue Score-System solle eine Hilfestellung zu einer einheitlichen Risikoabschätzung bieten. In Kenntnis des individuellen Scores könne dann in einem zweiten Schritt beurteilt werden, welche be­ruflichen Einsatzmöglichkeiten bestehen würden.

Seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie wurden mehrere Score-Modelle publiziert, die eine Einschätzung des individuellen Risikos für einen schweren Verlauf im Falle einer COVID-19-Erkrankung ermöglichen sollen.

„Die meisten dieser Modelle wurden auf Basis von Kollektiven hospitalisierter COVID-19-Patienten erstellt und berücksichtigen neben soziodemografischen Faktoren und Komor­biditäten auch klinische Parameter, wie zum Beispiel Laborparameter oder die Atemfre­quenz“, berichten die Wissenschaftler in ihrer Publikation zu dem neuen Score.

Da diese klinischen Parameter erst bei Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion erhoben werden könnten, seien diese klinischen Score-Modelle nicht in einem primärpräventiven Setting anwendbar.

Der IKKA-Score sei hingegen explizit für eine primärpräventive Anwendung konzipiert, insbesondere im Arbeitsschutz. Dazu setzt er sich aus den vier Kategorien Immunsup­pres­sion, Krankheitsschwere bestehender Vorerkrankungen, Komorbiditäten/Risiko­fakto­ren und Alter zusammen und bewertet diese nach einem Punktesystem.

Anhand der Gesamtpunktzahl können Arbeitsmediziner das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe abschätzen und gemeinsam mit dem Betrieb risikoadaptierte Einsatzmöglich­kei­ten für besonders gefährdete Arbeitnehmer suchen.

„Bislang gab es keine einheitliche Vorgehensweise bei der individuellen Risikobe­stimm­ung von Arbeitnehmern. Mit der Entwicklung des IKKA-Scores ist es uns gelungen, Ärzten eine Entscheidungshilfe für die Beurteilung der individuellen Gefährdung durch SARS-CoV-2 zur Verfügung zu stellen und somit einen Beitrag zum Schutz von vulnerablen Gruppen am Arbeitsplatz zu leisten“, sagte Hans Drexler, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin an der Universität Erlangen-Nürnberg und Präsident der DGAUM. © hil/aerzteblatt.de

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