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Zahl der Rheumapatienten steigt

Mittwoch, 28. Oktober 2020

/psdesign1, stockadobecom

Hannover – In Deutschland leben immer mehr Menschen mit einer rheumatischen Er­krankung. Das geht aus einer Auswertung von Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse hervor.

Danach stieg die Zahl der an Rheuma erkrankten Menschen von 2009 auf 2019 bundes­weit um mehr als 36 Prozent. Im Ländervergleich ist die Steigerungsrate in Baden-Würt­temberg mit plus 59 Prozent und in Sachsen mit plus 54 Prozent am höchsten. Am nie­drigsten ist sie in Rheinland-Pfalz mit plus 24 Prozent und in Nordrhein-Westfalen mit plus 28 Prozent.

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Laut Deutscher Rheuma-Liga leiden bundesweit 1,5 Millionen Menschen unter entzünd­lich-rheumatischen Prozessen. Frauen sind drei Mal häufiger betroffen als Männer. Bei Frauen tritt sie meistens nach dem 50. Lebensjahr auf, bei Männern zehn Jahre später. Personen ab dem 70. Lebensjahr sind besonders häufig betroffen. Diese Angaben decken sich überwiegend mit den Zahlen der KKH.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gefährdet ein Mangel an Rheumatologen mittlerweile die Versorgung in Deutschland. „Um eine gute Versorgung zu gewährleisten, bräuchten wir mindestens 1.350 internistische Rheumatologen“, sagte Hanns-Martin Lorenz aus dem Vorstand der DGRh in diesem August. Zurzeit liege deren Zahl mit 750 aber nur bei etwa der Hälfte.

Eine Folge davon sei, dass rheumatologische Erkrankungen häufig zu spät erkannt und damit auch zu spät behandelt würden. Selbst eine rheumatoide Arthritis – mit 60.000 bis 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste und bekannteste Rheumaart – werde im Schnitt erst nach neun Monaten diagnostiziert.

Laut der DGRh ist es nötig, die Zahl der rheumatologischen Weiterbildungsstellen deut­lich zu erhöhen. Das Problem sei aber, dass die Weiterbildung in Deutschland in der Kli­nik dieser nicht vergütet werde, sondern über die Patientenversorgung und damit über die Fallpauschalen finanziert werde.

„Durch die Fallpauschalen zerfällt die Klinik in finanzkräftige und weniger finanzkräftige Abteilungen und damit in Abteilungen, denen mehr und anderen, denen weniger Weiter­bildungsstellen zugeteilt werden“, kritisierte Lorenz.

„Die Rheumatologie als eher ambulant ausgerichtete Fachdisziplin, die im Vergleich keine großen Umsätze generiert, bleibt hier systematisch unterversorgt“, kritisierte der DGRh-Vorstandsvorsitzende Hendrik Schulze-Koops vom Klinikum der Universität Mün­chen. © hil/aerzteblatt.de

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