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Ärzteschaft

Initiative empfiehlt Routinedaten als Grundlage für politische Entscheidungen

Dienstag, 27. Oktober 2020

/vegefox.com, stock.adobe.com

Berlin – Die Krankenhausfälle waren im Lockdown in diesem Frühjahr um rund 40 Pro­zent reduziert und blieben auch am Ende des ersten Halbjahres circa 15 Prozent unter der Zahl von 2019. Davon waren nicht nur elektive Behandlungen betroffen, sondern auch dringliche und Notfallbehandlungen.

Das geht aus Abrechnungsdaten hervor, die die 421 Mitgliedskrankenhäuser der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) standardmäßig zu Abrechnungszwecken erhoben haben. Der Da­tenpool umfasst rund 2,8 Millionen im ersten Halbjahr 2020 behandelten Fälle.

Aus den Daten geht auch hervor: Von den rund 14.800 stationär behandelten COVID-19-Patienten entwickelten 75 Prozent Severe Acute Respiratory Infections (SARI). Die Sterb­lichkeit war mit 23 Prozent signifikant höher als bei nicht mit COVID-19 assoziierten SARI mit zwölf Prozent. Bei den verbleibenden 25 Prozent der COVID-19-Patienten ohne SARI verstarben etwa sieben Prozent.

„Die Studie zeigt, wie relevant Analysen von zeitnah verfügbaren Routinedaten sind, um sehr schnell und fundiert die Fallzahlen in Krankenhäusern erfassen und damit Kapazitä­ten steuern zu können“, fasste Francesco De Meo, Präsident des IQM Vorstandes, die Er­geb­nisse der Auswertungen zusammen.

Fallzahlverlauf und Auslastung der Krankenhäuser ließen sich mittels Monitorings von zeitnah vorliegenden Routinedaten gezielt verfolgen und könnten die Basis für Entschei­dungen zum Umgang mit dem COVID-19-Geschehen bieten, so das Fazit der IQM.

Auffallend ist laut der IQM auch, dass die Zahl der durch Tests nachgewiesenen COVID-19-Erkrankungen um ein Vielfaches niedriger war als die Fälle mit COVID-19-Verdacht.

„Der COVID-19-Verdacht wird bei den anstehenden nächsten Wellen infektiöser Atem­wegs- und grippaler Erkrankungen eine enorme Bedeutung für die Kapazitäten des Ge­sundheitssystems haben“, hieß es aus der Qualitätsinitiative. © hil/aerzteblatt.de

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