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Ausland

Ärzte ohne Grenzen behandelt Verletzte nach Luftangriff in Idlib

Dienstag, 27. Oktober 2020

/picture alliance, Anas Alkharboutli

Berlin – Nach dem gestrigen Luftangriff in der Provinz Idlib in Syriens Norden sind elf Patienten in einem Krankenhaus auch von Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen versorgt worden. Das teilte die Hilfsorganisation heute mit.

Ärzte ohne Grenzen zufolge bezifferten lokale Medien die Zahl der Toten auf mehr als 75. 135 Menschen wurden demnach verletzt. Die meisten Verletzten wurden in zwei Kran­kenhäuser gebracht, von denen eines von Ärzte ohne Grenzen mitbetrieben wird. Dort kamen elf Verletzte an, einer war bei Ankunft bereits verstorben.

„Als der Luftangriff passierte, aktivierte das Krankenhausteam den Notfallplan für Situa­ti­onen, in denen viele Verletzte gleichzeitig behandelt werden müssen“, berichtete Cristian Reynders, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Nordwest-Syrien.

„Kurz darauf kamen mehrere lebensgefährlich verletzte Patienten bei uns an, die drin­gend operiert werden mussten. Zwei Patienten hatten schwere Verletzungen an den Glied­maßen, die amputiert werden mussten.“

Der Luftangriff ereignete sich der Hilfsorganisation zufolge in einem dicht besiedelten Gebiet nahe der syrisch-türkischen Grenze, in dem es normalerweise keine aktiven Kampf­handlungen gebe. Viele Vertriebene seien während der letzten Militäroffensive in Idlib dorthin geflohen, in der Annahme, dort vor den Kämpfen verschont zu bleiben.

Dreimal in den vergangenen zwei Wochen haben die von Ärzte ohne Grenzen mitbetrie­be­nen Gesundheitseinrichtungen in Idlib nach Luftangriffen Verletzte behandelt. Bei zwei dieser Angriffe kamen so viele Opfer in der Klinik an, dass die Mitarbeitenden in den Kli­niken nach entsprechenden Notfallplänen arbeiten mussten.

„Seit der Unterzeichnung des letzten Waffenstillstands im März dieses Jahres gab es im Nordwesten Syriens weiterhin Luftangriffe in der Nähe der Frontlinien", sagte Reynders. „Aber die Tatsache, dass sie in den letzten Wochen immer häufiger wurden und nun auch die als sicher geltenden Gebiete der Provinz Idlib erreichen, ist beunruhigend.“ © may/EB/aerzteblatt.de

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