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Ausland

Coronamaßnahmen: Frankreich, Tschechien, Norwegen und Litauen mit Verschärfungen

Mittwoch, 28. Oktober 2020

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Paris/Prag/Brüssel – Im Kampf gegen die zweite Welle der SARS-CoV-2-Epidemie will die französische Regierung die Schraube weiter anziehen. Neue Maßnahmen seien unerläss­lich, teilte Premierminister Jean Castex gestern Abend auf Twitter mit. Ins Detail ging er dabei nicht.

Staatschef Emmanuel Macron werde sich heute Abend an seine Landsleute wenden, hieß es in Kreisen des Élyséepalastes ohne weitere Einzelheiten. Auch andere europäische Länder setzen auf schärfere Maßnahmen – so dürfen Menschen in Tschechien nun ihre Häuser nachts nicht mehr verlassen.

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In Frankreich wird über eine mögliche Ausweitung der bereits geltenden nächtlichen Ausgangssperre in 54 Départements oder einen Lockdown spekuliert, also eine weitere Einschränkung des öffentlichen Lebens. Entweder auf nationaler Ebene oder in einzelnen, besonders betroffenen Regionen. Regierungschef Castex kündigte für morgen eine Er­klä­rung im Parlament an.

Die Coronalage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wo­chen dramatisch. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte in der vergangenen Woche mehr­mals Spitzenwerte. Auch die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten Todesopfer binnen 24 Stunden stieg stark an – gestern meldeten die Behörden 523. Damit wurde wieder das hohe Niveau vom April erreicht. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt nun bei 35.500.

Am Sonntagabend wurden erstmals seit Beginn der großflächigen Testungen mehr als 52.000 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden erfasst. Es gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen.

Neben Frankreich und Tschechien ergreifen weitere Länder schärfere Eindämmungsmaß­nahmen. So stellt Litauen ab heute unter anderem die drei größten Städte – Vilnius, Kaunas und Klaipeda – unter Quarantäne. Hier gelten eine Maskenpflicht in nahezu allen öffentlichen Räumen sowie strengere Einschränkungen für das Kultur-, Freizeit-, und Sportleben.

In Norwegen sind die Menschen angehalten, nicht mehr als fünf Gäste in den eigenen vier Wänden zu begrüßen. Die Regierung in Lettland setzte gestern die erlaubte Teilneh­merzahl bei privaten Feiern auf zehn Personen herab. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen sich in dem baltischen EU-Land künftig nicht mehr als 300 Personen zusammen­finden. Beide Regeln gelten vom 30. Oktober an für den Innen- und Außenbereich.

EU-Ratschef Charles Michel forderte im Kampf gegen die Coronakrise dringend eine ge­meinsame Linie der 27 EU-Staaten bei Quarantäneregeln, Tests und Tracing-Apps. Bisher habe man noch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, kritisierte Michel gestern.

Jetzt sei entschlossenes Handeln gefordert. Michel äußerte sich vor dem für morgen ge­planten Corona-Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs äußerst besorgt. „Die Situation eskaliert von besorgniserregend zu alarmierend“, schrieb der Ratspräsident in einem Newsletter. „Jetzt müssen wir eine Tragödie verhindern.“ © dpa/aerzteblatt.de

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