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Vermischtes

Labor lieferte falsch positive Coronatest­ergebnisse

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Augsburg – Ein Medizinlabor aus Augsburg hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern mehrere Dutzend falsch positive Coronatestergebnisse geliefert. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am vergangenen Samstag aufgefallen, sagte Be­zirkssprecherin Susanne Büllesbach heute. Zuvor hatte der Münchner Merkur über die Panne berichtet.

In der bezirkseigenen Klinik wurden demnach nach der Analyse durch das Labor in Schwa­­ben an einem Tag 60 positive Tests registriert. Dies kam den Mitarbeitern des Krankenhauses merkwürdig vor. „Uns ist die schiere Menge an positiven Tests aufge­fallen“, sagte die Sprecherin.

Eine Nachuntersuchung, die ebenfalls durch den Dienstleister aus Augsburg vorge­nomm­en wurde, ergab, dass tatsächlich nur 2 der 60 Patienten sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert hatten. Demnach waren 58 Tests falsch. Die Klinik gehe von einem techni­schen Fehler in dem Labor aus, erklärte Büllesbach.

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Von dem betroffenen Augsburger Labor war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Das Unternehmen zählt zu den größten Anbietern von Labordiagnostik in Deutschland. In den Laboratorien sind nach Angaben des Dienstleisters bundesweit mehr als 1.500 Mitar­beiter tätig.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen erklärte, dass falsch positive Ergebnisse eine grundsätzliche Fehlermöglichkeit aller diag­nostischen Verfahren im medizinischen Bereich seien.

Die Behörde geht davon aus, dass bei korrekter Anwendung der derzeitigen Testverfahren bei den Coronatests eine nahezu hundertprozentige Genauigkeit vorliegt. Nach Angaben einer Sprecherin hat das LGL aber keinen vollständigen Überblick über die Verfahren, die in privaten Laboren eingesetzt werden. Eine Aussage über die Anzahl falsch positiver Tests sei daher nicht möglich.

Die Stadt Augsburg teilte nach der Panne bei dem örtlichen Dienstleister mit, dass die Kommune die Abstriche aus ihrem Testzentrum nicht in dem privaten Augsburger Büro analysieren lasse. © dpa/aerzteblatt.de

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