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Medizin

COVID-19: Ohne Nachverfolgbarkeit gerät Infektionsgeschehen außer Kontrolle

Mittwoch, 28. Oktober 2020

/picture alliance, Waltraud Grubitzsch

Köln – Wenn durch Überlastung der Gesundheitsämter die Infektionsketten nicht mehr nachvollzogen werden können, kommt es durch unentdeckte SARS-CoV-2-Infizierte zur Übertragung des Virus auf bisher geschützte Risikogruppen. Derzeit ist bereits unter älteren Menschen eine zunehmende Zahl COVID-19-Erkrankter zu verzeichnen.

Eine Autorengruppe um Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen prognostiziert in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 790-1, online first) auf Grundlage vorliegender Daten eine deutliche Zunahme der Todesfallrate in den nächsten Wochen.

Überschreitung der Kontaktnachverfolgungskapazität gefährdet die Eindämmung von COVID-19

In der zweiten SARS-CoV-2-Welle nahmen zunächst die neu gemeldeten Fälle stark zu, aber im Vergleich zur ersten Welle kam es zu weniger Todesfällen. Die steigenden Fallzahlen gefährden aber die Eindämmung von COVID-19, weil bei zu hohen Fallzahlen lokal Kipppunkte überschritten werden, was die Kontrolle erschwert, den gezielten Schutz von Risikogruppen behindert und zu einer selbstbeschleunigenden

Die Vorhersagen bewegen sich zwischen 500 und 800 wöchentlichen Todesfällen in den ersten Novemberwochen. Eine Verringerung der Fallzahlen sei zwingend erforderlich, um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen wiederzuerlangen. © TG/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #803313
inge hamel
am Donnerstag, 29. Oktober 2020, 10:57

covid 19

Habe geradre die Bundestagsdebatte gesehen. Die meisten Abgeordneten mit FFP2-Masken. Die wissen ja, dass die besser sind, nämlich den Träger schützen. Warum gibt man nicht jeder Arztpraxis einen Vorrat dieser Masken. Die Ärzte wissen am besten, welcher ihrer Patienten gefährdet ist. Genauso könnte mann diese Maksen ind Alten- und Pflegeheimen verteilen, für die Risikopatienten. Diese Filtermasken hätten schon millionfach bei unserem Katastrophenschutz vorrätig sein müssen. Totales Versagen der Regierung. und nun festzustellen, dass die Gesundheitsämter überlastet sind und die Kontaktverfolgung nicht mehr gewährleisten können, ist das nächste Versagen der Regierung. Es waren 7 Monate Zeit. Und nun wird die Wirtschaft gegen die Wand gefahren. Unglaublich. !!!!
Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 29. Oktober 2020, 08:26

Nachverfolgung von Infektionsketten?

Eine „Nachverfolgung von Infektionsketten“ im Sinn einer klassischen Quellensuche ist in den meisten Gesundheitsämtern schon lange nicht mehr möglich. Angesichts von Hunderten oder, je nach Bevölkerungszahl, Tausenden von Kontaktpersonen pro Tag ist mehr als ein Abtelefonieren im Akkord mit Standardsprüchen nicht möglich. Ein Gegenchecken von Kontakten, eine routinemäßige Nachermittlung von Kontaktpersonen, die der Indexfall nicht angegeben hat, übersteigt fast überall die personellen Kapazitäten. Gar nicht auszudenken, wenn das Virus erst mal in die Gesundheitsämter vordringt und große Teile der Beschäftigten in Quarantäne befördert. Ich fürchte, dass dann von einigen Amtsleitern eine Quarantäne „vor Ort“ angeordnet wird, also im Amt, mit Essen auf Rädern, Feldbetten und mobilen Duschen. Dann ist auch für mich Schluss mit lustig!
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 28. Oktober 2020, 20:37

Wie passt das zusammen?

Einerseits wird beklagt: Ohne Nachverfolgbarkeit gerät das Infektionsgeschehen bei COVID-19 außer Kontrolle.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117819/COVID-19-Ohne-Nachverfolgbarkeit-geraet-Infektionsgeschehen-ausser-Kontrolle

Andererseits wird die Abkehr von der individuellen Kontaktperso­nen­nach­verfolgung durch die Gesundheitsämter sowie die Einführung eines bundesweit ein­heitlichen Ampelsystems gefordert.

Wie sollen dann zusätzlich alle relevanten Kennzahlen wie Infektionszahlen, Anzahl der durchgeführten Tests, stationäre und intensivmedizinische Behandlungskapa­zitäten einbezogen werden.

Die letztgenannten Forderungen werden sowohl vom Chef der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), dem orthopädischen Kollegen Dr. med. Andreas Gassen, als auch von Prof. Dr. med. Hendrik Streeck, Prof. Dr. med. Jonas Schmidt-Chanasit und KBV-Vize, Dr. med. Stephan Hofmeister erhoben. Die Gesundheitsämter sollten zudem eine Priorität auf Fälle mit Bezug zu medizinischen und pflegerischen Einrichtungen oder Veranstaltungen mit vielen Infizierten legen. Sie gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich die Politik offen für ihre Diskussionsanregungen zeigt.

Risikogruppenadaptierte Maßnahmen unterscheiden sich damit aber kaum noch von regierungsamtlichen Bund-Länder-Runden.

Prof. Dr. med. Hendrik Streeck & Co verfolgen mit Blick auf die heutigen Gespräche der Bundes­kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder damit m.E. eher eigene Profilneurosen und zerstören mit ihrer Kakophonie jegliche Reste von Konsens bei der Bekämpfung von SARS-CoV-2-Infektionen und COVID-19-Erkrankungen.

Warum sich ärztliche Berufsverbände wie z. B.
› Kassenärztliche Bundesvereinigung
› Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. (AeDA)
› Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands e.V. (BCD)
› Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC)
› Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD)
› Berufsverband der Deutschen Hämostaseologen e.V. (BDDH e.V)
› Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)
› Berufsverband der niedergelassenen Kinderchirurgen Deutschlands e.V. (BNKD)
› Bundesverband der Niedergelassenen Diabetologen in Deutschland (BVND)
› Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK)
› Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)... sich vor diesen Karren
spannen lassen und sich dabei wie unkritische Lemminge verhalten, bleibt vollkommen unverständlich.

› Prof. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie der Universität Bonn und
› Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Abteilung Arbovirologie am Bernhard-Nocht-Institut für
Tropenmedizin in Hamburg,
sind nicht die alleinigen Experten, Meinungsmacher und -führer in der globale CORONA-Pandemie-Welt

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #835694
nhkok
am Mittwoch, 28. Oktober 2020, 19:40

COVID-19: Ohne Nachverfolgbarkeit gerät Infektionsgeschehen außer Kontrolle

Wir haben ein COVID-19 Dashboard wohin die Behoerden informiert werden bis zu 12 Tagen voraus wo die Infetionsketten sich bewegt. Mittels AI und aktuelle Daten von dem Corona-Warn App. Wir moechten das Dashboard gerne anbieten an die Deutsche Behoerden um lokale Lockdowns zu ermoeglichen statt eine Bundesweite Lockdown. Mittels das Dashboard koennen Resourcen geplannt und effizient eingesetzt werden. Werde mich sehr freuen ein Bericht zu bekommen von derjenige der mir helfen kann dieses Dashboard in Deutschland zu aktivieren. Danke und MfG Nicollet Kok
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