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Coronakrise vergrößert laut Böckler-Stiftung soziale Ungleichheit

Freitag, 30. Oktober 2020

/Rainer Fuhrmann, stockadobecom

Düsseldorf – Die Coronapandemie vergrößert einer Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge die soziale Ungleichheit in Deutschland.

Erwerbstätige mit niedrigen Einkommen, Minijobber und Leiharbeiter sowie Menschen mit Migrationshintergrund seien überdurchschnittlich oft von Einkommensverlusten durch die Krise betroffen, heißt es in der gestern vorgestellten Untersuchung des Wirt­schafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung.

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Zudem müssten Eltern öfter Einkommensverluste verkraften als Kinderlose. Für die Un­tersuchung waren im April und Ende Juni jeweils mehr als 6.000 Menschen interviewt worden. Rund 32 Prozent von ihnen hätten angegeben, durch die Pandemie Einkommens­ein­bußen erlitten zu haben.

Von Einbußen hätten fast 48 Prozent der Befragten mit einem Einkommen von maximal 900 Euro netto im Monat berichtet. Bei einem Einkommen von mehr als 4.500 Euro netto sei das bei knapp 27 Prozent der Fall gewesen.

Befragte mit einer familiären Zuwanderungsgeschichte haben der Analyse zufolge um knapp sechs Prozent häufiger Einkommen eingebüßt als Erwerbspersonen ohne diesen Hintergrund. Eltern hätten um sieben Prozent öfter auf Einkommen verzichten müssen als Kinderlose.

Beschäftigte in Leiharbeit oder Minijobs seien um rund elf Prozent häufiger von Einkom­m­ensverlusten betroffen als Erwerbstätige mit festem Job. Dagegen hätten Beschäftigte, die in Betrieben mit Tarifvertrag und Betriebsrat arbeiteten, seltener Einbußen.

Wenn der Zugang zu solchen Absicherungen für viele Menschen eingeschränkt sei, könne das negative Folgen für die Demokratie haben, schreiben die Autoren der Studie.

So beurteilten die von Einkommensverlusten belasteten Befragten die politische und soziale Situation in Deutschland insgesamt deutlich kritischer. Und sie zeigten sich im Durchschnitt empfänglicher für Verschwörungsmythen zur Pandemie.

Deshalb sei es „zentral, bei weiteren Maßnahmen zur Krisenbewältigung nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die Entwicklung der sozialen Gerechtigkeit im Blick zu haben“, fordern die Autoren. © dpa/aerzteblatt.de

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