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Mehrheit der Kinder und Jugendlichen bewegt sich zu wenig

Donnerstag, 29. Oktober 2020

/Kara, stock.adobe.com

Essen – Die überwältigende Mehrheit deutscher Kinder und Jugendlicher bewegt sich im Alltag zu wenig. 80 Prozent der Heranwachsenden unterschreiten die von der Weltge­sund­­heitsorganisation (WHO) empfohlenen 45 Minuten Sport am Tag, wie aus dem heute in Essen vorgestellten vierten Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht der Krupp-Stif­tung hervorgeht. Vor allem das Sitzverhalten beim Medienkonsum sei „alarmierend“.

Unter dem Bewegungsmangel leide auch die motorische Leistung der Jugend, die seit Jahren stetig nachlasse. Besonders Mädchen und junge Frauen treiben laut Bericht zu wenig Sport. Langfristig könne sich das Dauersitzen mit geringem Energieumsatz im All­tag negativ auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirken.

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Ein weiteres Ergebnis des Berichts ist, dass auch chronisch kranke Kinder und Jugendli­che von Sport profitieren. Bewegung könne sich sogar positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken, erklärte die Sportmedizinerin Christine Joisten.

„Sportliche Aktivitäten und Bewegung tragen zur psychischen Stabilisierung, zur Steige­rung der Lebensqualität und zu sozialer Integration bei.“ Bleibe die Bewegung aus, drohe eine doppelte gesundheitliche Benachteiligung chronisch kranker Kinder.

In den vergangenen Jahren seien Sportangebote für Kinder und Jugendliche – zum Bei­spiel Schwimmbadbesuche – teilweise deutlich teurer geworden. Lediglich im Vereins­sport blieben die Mitgliedsbeiträge dem Bericht zufolge konstant.

Dem Bericht zufolge machte ein „erheblicher Anteil“ der Heranwachsenden Erfahrung mit emotionaler, körperlicher oder sexueller Gewalt beim Sport. Nicht alle Verbände setzten erarbeitete Präventionskonzepte in die Tat um, hieß es.

Auf Grundlage der Ergebnisse empfehlen die Autoren des Berichts, mehr Bewegungsan­reize im Alltag zu schaffen, etwa durch öffentliche Sportanlagen. Außerdem sollten Sport­angebote für Kinder und Jugendliche stärker gefördert werden, damit die Nachfrage nicht sinkt.

Der vierte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von 18 Arbeitsgruppen aus verschiedenen Bereichen der Sportwissenschaft. Die Unter­suchungsreihe der Krupp-Stiftung gibt es seit 2003. Der letzte Bericht erschien vor fünf Jahren. © afp/aerzteblatt.de

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Wolfgang Rödle
am Freitag, 30. Oktober 2020, 17:05

Woran das wohl liegt?

Woran das wohl liegt, dass sich Kinder zu wenig bewegen.

Ich denke mal wieder laut:
1.) Kinder müssen mit Eintritt in die Schule von 8 bis 13 Uhr + Nachmittagsunterricht still sitzen. Busfahrt auch nochmal 1-2 Stunden pro Tag (im Durchschnitt). Die 15 Minuten Pause reichen gerade, um zu Essen. Lehrer überzieht und 1-2 Minuten muss man früher wieder am Klassenzimmer stehen. Toilettengang... dann hat man 5 Minuten Pause, um sich "zu bewegen".

2.) Zusätzlich durch die Pflicht das Smartphone, PC, Tablet und Laptop bedienen zu können, muss man sich damit beschäftigen, was nochmal Zeit mit Sitzen bedeutet.

3.) Wann hat man nochmal Zeit, um Sport zu machen? Genau, abends, nach Schule und Hausaufgaben. Sport wird oft zu einem Zwang, damit man sich zumindest ein bisschen körperlich bewegt. "Du musst einen Sport machen." --> MUSST. Dadurch ist es kein Spaß, sondern wird zu einer weiteren Anstrengung.

Also lieber das machen, was man kann, da man schon früh daran gebunden wird: Smartphone gucken, Playstation zocken und Netflix gucken.


Von der Gesellschaft so gewünscht, so erhalten.

PS: Probiert mal euren Alltag wie vor 10-20 Jahren zu gestalten: Ohne Smartphone und ohne Internet. Geht nicht? "Brauche mein Smartphone beruflich 24/7." Findet den Fehler.
LNS

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