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Politik

Neuer Höchstwert: 18.681 Neuinfektionen in Deutschland

Freitag, 30. Oktober 2020

RKI-Dashboard /Screenshot DÄ

Berlin – Zum dritten Mal in Folge ist bei den erfassten Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland ein Höchstwert erreicht worden. Die Gesundheitsämter meldeten nach An­ga­­­ben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von heute 18.681 Fälle binnen eines Tages.

Gestern hatte der Wert bei 16.774 gelegen, vorgestern bei 14.964. Noch Ende September hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewarnt, dass es zu Weihnachten 19.200 Neu­infektionen am Tag geben könnte – nun könnte die Schwelle von 20.000 schon am Wochenende erreicht werden.

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Bis sich die Wirkung des ab Montag greifenden Teillockdowns bei den Infektionszahlen zeigt, dauert es wegen der Spannen von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfass­ung nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass sich das Infektionsgeschehen wieder vermindern könnte: „Die berichteten R-Werte lagen seit Anfang Oktober stabil deutlich über 1. Seit Anfang dieser Woche ist ein leichter Abwärtstrend zu verzeichnen“, heißt es im aktuellen Lagebericht des RKI von gestern Abend.

Die Reproduktionszahl – kurz R-Wert genannt – gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter ansteckt. Bei einem Wert von 1,3 zum Beispiel stecken 10 Infizierte im Mittel 13 weitere Menschen an.

Die Zahl erfasster Coronainfektionen je 100.000 Einwohner lag in den vergangenen sieben Tagen erstmals bundesweit über 100. Die 7-Tage-Inzidenz liege Stand 00.00 Uhr bei 104,9, teilte das RKI am Freitagmorgen mit. Tags zuvor hatte sie bei bundesweit 99,0 gelegen, vor vier Wochen (2.10.) noch bei 15,3.

Besonders viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfassen den Daten vom Freitag zufolge derzeit Bremen (160,3), Berlin (146,1), Hessen (145,8) und Nordrhein-Westfalen (140,0). Werte über dem bundesweiten Mittel haben zudem auch Bayern (114,1) und das Saarland (116,5).

Eine hohe 7-Tage-Inzidenz zeigt an, dass sich viele Menschen mit dem Virus infiziert ha­ben. 50 Neuinfektionen in einer Region in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner galten in den vergangenen Wochen als wichtiger Grenzwert, ab dem in dem Gebiet oft gezielt Maßnahmen zur Eindämmung der Coronawelle eingeführt wurden.

Seit Anfang September nehme der Anteil älterer Personen unter den Coronafällen wieder zu, heißt es im Lagebericht des RKI. Die 7-Tage-Inzidenz bei Menschen ab 60 Jahren be­trägt demnach aktuell 63,7. Es würden wieder vermehrt Ausbrüche in Alten- und Pflege­heimen gemeldet.

Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten COVID-19-Fälle habe sich in den vergange­nen zwei Wochen von 655 Patienten (15.10) auf 1696 Patienten (29.10.) mehr als ver­doppelt.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 499 694 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 30.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis gestern um 77 auf insgesamt 10.349. Das RKI schätzt, dass rund 345.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht von gestern bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert gestern bei 1,17. Er zeigt das In­fektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #745246
Andre B.
am Freitag, 30. Oktober 2020, 19:44

@wilhem - Hier gehts um das Verhältnis

"Danach gibt es zwar einen massive Anstieg der positiven PCR-Testergebnisse, die in der Grafik als «Infektionen» bezeichnet werden. Dem gegenüber steht aber eine seit Juni 2020 nicht mehr signifikant ansteigende Kurve der täglichen Todesfallzahlen."

An Ihrem Beispiel lässt sich gut erkennen, das die Verwendung von absoluten Zahlen nicht zielführend ist. Es ging hier um das Verhältnis von durchgeführten positiven Tests (auch mehr Erkrankungen) im Bezug zu den Todeszahlen. Das eine genrelle Erhöhung der Fallzahlen in den Herbst bzw. Wintermonaten zu erwarten war, deckt sich auch mit allen anderen saisonal auftretenden respiratorischen Infektionskrankheiten.
Avatar #760158
wilhem
am Freitag, 30. Oktober 2020, 18:13

September 189: Oktober: 796 Todesfälle

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1102667/umfrage/erkrankungs-und-todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland/

wenn man sich die Todesfälle anschaut, sind die im September von 9306 auf 9495 gestiegen 189

im Oktober von 9509 auf 10305 also 796

das heißt für mich eine Vervierfachung der Todesfälle. Und ich bin nicht für den Lockdown in dieser Form, nur die Todeszahlen sind eindeutig gestiegen!

Avatar #745246
Andre B.
am Freitag, 30. Oktober 2020, 17:44

Weiterhin keinen Anstieg der Covid-19 Todesfälle seit April

Trotz Anstieg der «Neuinfektionszahlen» gibt es weiterhin keinen Anstieg der Covid-19 Todesfälle.

Der in Deutschland am 2. November 2020 in Kraft tretende Lockdown lässt sich aus epidemiologischer Sicht nicht begründen. Das geht auf den neusten statistischen Daten des Robert-Koch-Instituts hervor, die Statista täglich visualisiert.

Danach gibt es zwar einen massive Anstieg der positiven PCR-Testergebnisse, die in der Grafik als «Infektionen» bezeichnet werden. Dem gegenüber steht aber eine seit Juni 2020 nicht mehr signifikant ansteigende Kurve der täglichen Todesfallzahlen.

Die tägliche Sterblichkeitsrate liegt bei 0,00005 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dieser Wert hat sich trotz Anstieg der Anzahl positiv Getesteter praktisch nicht mehr verändert.

Allerdings definiert Statista leider fälchlicherweise immer wieder die Anzahl der positiv Getesteten auch als Erkrankte, was aber natürlich NICHT damit gleichzusetzen ist!

>>> https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1102667/umfrage/erkrankungs-und-todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland/
LNS

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