szmtag Großer Andrang bei Coronamassentests in der Slowakei
NewsAuslandGroßer Andrang bei Coronamassentests in der Slowakei
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Großer Andrang bei Coronamassentests in der Slowakei

Montag, 2. November 2020

/picture alliance, TASR, Pavol Zachar

Bratislava – In der Slowakei wird fast die gesamte Bevölkerung gleich zweimal auf das Coronavirus SARS-CoV-2 durchgetestet. Zu Beginn der ersten Runde der kostenlosen Massentests am Wochenende herrschte vor den knapp 5.000 Abnahmestellen großer Andrang.

In der Hauptstadt Bratislava musste mit bis zu drei Stunden Wartezeit gerechnet werden. Gestern entspannte sich die Lage in dem EU-Mitgliedstaat mit knapp 5,5 Millionen Ein­wohnern weitgehend.

Anzeige

Der seit März regierende konservative Ministerpräsident Igor Matovic hatte das logisti­sche Megaprojekt als Alternative zu einem harten Lockdown dargestellt. „Wir haben die große Chance, Europa und der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht, ohne Schließung der Wirtschaft und Millionen Arbeitsloser“, sagte der 47-Jährige.

Zur Teilnahme aufgerufen waren alle Bewohner der Slowakei zwischen 10 und 65 Jahren, auch Ausländer. Laut der Regierung wurden am ersten Tag rund zweieinhalb Millionen Menschen getestet. Das Ergebnis fiel bei 25.850 Personen positiv aus.

Der Anteil von etwa einem Prozent war niedriger als erwartet. Matovic warnte dennoch davor, bei der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln nachlässig zu werden: „Die Situation ist noch nicht unter Kontrolle.“

Verwendet werden Antigentests, die als weniger zuverlässig als PCR-Labortests gelten. Die Teilnahme ist freiwillig. Doch nur wer ein Negativzertifikat hat, wird von den gelten­den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen und kann weiter zur Arbeit gehen.

Die liberale Präsidentin Zuzana Caputova kritisierte im Vorfeld, man dürfe die Bürger nicht in solche mit einem „Passierschein für die Freiheit“ und solche ohne einteilen.

Die Ärztekammer des Landes sprach von „Erpressung“ und einer Verschwendung von Res­sourcen. Die Regierung hält trotz der Kritik an einer zweiten Testrunde am kommenden Wochenende am 7. und 8. November fest.

Hintergrund ist die vergleichsweise lange Inkubationszeit des Erregers. Im Vorfeld hatte es einen Probelauf in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen gegeben. Dort wurde das Virus bei knapp vier Prozent der Teilnehmer nachgewiesen.

Nach Zahlen der EU-Gesundheitsagentur ECDC steckten sich in der Slowakei binnen 14 Tagen statistisch gesehen 528,2 Menschen je 100.000 Einwohner an. Im benachbarten Tschechien lag dieser Wert bei 1535,8 und in Deutschland bei 195,6. Seit Beginn der Coronapandemie starben in der Slowakei 219 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER