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Politik

Bund und Länder wollen Coronaintensiv­patienten zur Not deutschlandweit verteilen

Montag, 2. November 2020

/sudok1, stock.adobe.de

Berlin – Bei einer starken Zunahme von Intensivpatienten mit einer COVID-19-Erkran­kung wollen Bund und Länder Patienten in Zukunft nicht nur regional, sondern deutsch­land­weit auf freie Krankenhäuser verteilen.

„Entwickelt sich eine Lage, die eine Verlegung über die Nachbarländer beziehungsweise angrenzende Regionen hinaus erforderlich macht, findet ein sogenanntes Kleeblatt­prin­zip Anwendung“, heißt es im Konzept des Bundesinnenministeriums, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

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Demnach wird Deutschland dazu in fünf Großregionen aufgeteilt, die sich gegenseitig bei der Übernahme von Patienten per Rettungswagen oder Hubschrauber unterstützen soll­en.

Im Norden haben sich laut Konzept Hamburg, Bremen, Niedersachen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen. Im Osten sind es Berlin, Branden­burg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Südwesten sollen sich Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland gegenseitig unterstützen. Die bevölke­rungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern bilden demnach eigene Großregionen.

Es sei sinnvoll und notwendig, sich aufgrund der stark steigenden Fallzahlen in den Kli­niken mit Eskalationskonzepten auf eine Überforderung vorzubereiten, sagte die Vorsit­zen­de der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz, die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), den Funke-Zeitungen. „Das haben die Länder und der Bund mit dem sogenannten Kleeblatt-Konzept getan, welches noch vor einer Überlastung der klinischen Versor­gungs­kapazitäten eingreift.“

Sollte sich in einem Bundesland oder einer Region eine starke Beanspruchung abzeich­nen oder sogar eine Überlastung eintreten, werde über zentral eingerichtete Stellen in den Regionen der überregionale Patiententransport in aufnahmefähige Regionen orga­nisiert.

Auf diese Weise würden Patienten auch bei einer starken Belastung der Kliniken die best­mögliche medizinische Versorgung erhalten. Wie ein Sprecher des Bundesinnen­minis­teri­ums erklärte, seien Bund und Länder in der Lage, das Konzept jederzeit zu starten.

Der Anteil an COVID-19-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, liege mit sieben bis acht Prozent aller Infizierten relativ hoch, heißt es im Konzept des Innenministeriums.

„Daher werden bei steigenden Fallzahlen die Kapazitätsgrenzen in der Intensivmedizin als erstes überschritten.“ In den vergangenen Tagen hatten bereits die ersten Kliniken Alarm geschlagen und vor einer baldigen Überlastung gewarnt. © afp/aerzteblatt.de

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