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Ärzteschaft

Tarifverhandlungen für Medizinische Fachangestellte angelaufen

Dienstag, 3. November 2020

/picture alliance, Zoonar, lev dolgachov

Berlin – Für Medizinische Fachangestellte (MFA) sind heute zwischen ärztlichen Arbeit­gebern (Tarifkommission der AAA) und dem Verband medizinischer Fachberufe die Tarif­gespräche für die mehr als 400.000 MFA in Deutschland angelaufen.

Wie die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) dem Deutschen Ärzteblatt mitteilte, läuft die erste Ta­rifrunde gegenwärtig. Geplant ist demnach, die Tarifverhandlungen noch in diesem Jahr abzuschließen.

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„Wir müssen einen Spagat leisten zwischen der Anerkennung der Leistungen der MFA einerseits und den äußerst schlecht ausgefallenen Steigerungen des Gesamthonorars anderseits“, sagte BÄK-Vorstand Erik Bodendieck, Mitglied der Tarifkommission der AAA. Dazu seien verschiedene Komponenten zu verhandeln.

Die Arbeit­nehmer hatten gestern kurz vor dem Start der Gespräche ihre aktuellen Forde­rungen an die Arbeitgeber über­mittelt. „Wir haben der Arbeitgeberseite mitgeteilt, dass wir für die Tätigkeitsgruppe I in allen Be­rufsjahrgruppen eine Gehaltserhöhung von 150 Euro fordern“, sagte die Verhandlungsfüh­rerin auf Arbeitnehmerseite Hannelore König.

Ziel sei es, die Entgeltdifferenz zu den Einstiegsgehältern für MFA im öffentlichen Dienst zu reduzieren. Der Verband wies darauf hin, dass seit 2012 jedes Jahr mehr als 2.000 in den Arztpraxen ausgebildete MFA in Krankenhäuser abgewanderten. Zwischen 2012 und 2018 habe sich die Zahl der im stationären Bereich arbeitenden MFA um 34 Prozent erhöht.

Ein Grund sei, dass diese im Krankenhaus als Berufsanfänger laut Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst rund 2.650 Euro brutto erhalten würden. Das Tarifgehalt für MFA in Arztpraxen in Tätigkeitsgruppe (TG) III liege in den ersten drei Berufsjahren bei 2.216 Euro brutto.

„Die Medizinischen Fachangestellten haben schon immer an der Seite der Ärzte einen wichtigen Beitrag zur ambulanten Versorgung geleistet“, sagte König. Insbesondere seit Beginn der Pandemie schützten sie die Kliniken vor Überlastung.

MFA entlasteten aktuell darüber hinaus auch die Gesundheitsämter, indem sie in den Praxen Fragen von Patienten beantworten, die auf ihr Testergebnis warteten. Dabei schlage ihnen immer häufiger Aggres­­si­vität von Patienten entgegen.

Auf der Agenda der Verhandlungen steht für König daher auch ein Coronasonderbonus. „Wir sehen keinen Grund, warum ausgerechnet diejenigen, die zurzeit in größter Stress­be­­lastung an vorderster Front arbeiten, von der Politik nicht berücksichtigt werden“, so König.

Eine Gegenfinanzierung durch den Staat analog den Beschäftigten in den Pflegeeinrich­tun­gen der Altenpflege und den besonders belasteten Pflegekräften in den Kliniken sei „mehr als gerechtfertigt“. © may/aerzteblatt.de

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