NewsAuslandCorona sorgt in weiten Teilen Europas für Stillstand
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Corona sorgt in weiten Teilen Europas für Stillstand

Dienstag, 3. November 2020

/Corona Borealis, stock.adobe.com

Berlin – Die Coronapandemie sorgt in Deutschland für einen teilweisen Lockdown. Um eine drohende Überlastung der Gesundheitssysteme zu vermeiden, greifen auch andere Länder zu unterschiedlichen Maßnahmen – von Geschäftsschließungen über Kontakt­beschränkungen bis hin zu nächtlichen Ausgangssperren.

In Griechenland etwa wird im Großraum der Hafenstadt Thessaloniki wegen zahlreicher Coronafälle heute ein Lockdown verhängt. Bürger, die tagsüber ausgehen möchten, müss­en eine Nachricht per Kurznachrichten­dienst (SMS) an die Behörden schicken.

Anzeige

Zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens gilt ein Ausgangsverbot. Zudem wird der Flughafen von Thessaloniki geschlossen. Zuvor waren im Großraum der zweitgrößten griechischen Stadt mit rund einer Million Einwohner mehr als 1.300 Coronainfektionen diagnostiziert worden.

Außerdem gilt nun in ganz Griechenland Maskenpflicht. In roten Zonen, in denen die Co­ronazahlen hoch sind, müssen ab heute zudem Restaurants, Bars, kulturelle und andere Freizeiteinrichtungen schließen. Das betrifft auch den Großraum der Haupt­stadt Athen. Diese Maßnahmen sollen vorerst für einen Monat gelten.

Italien will im Kampf gegen die zweite Coronawelle alle Museen und Ausstellungen schließen. Die Mitte-Links-Regierung plant für öffentliche Transportmittel eine Ober­grenze, nach der nur die Hälfte der Plätze besetzt werden darf. Einkaufszentren sollen künftig landesweit an Wochenenden schließen. In Rom wurde erwartet, dass das entspre­chende Dekret bis heute fertig werden dürfte.

Die italienische Regierung hatte ihre Maßnahmen zum Coronaschutz bereits im Laufe des Oktobers mehrfach verschärft. Seit längerem gilt eine Maskenpflicht auch im Freien. Seit einer Woche sind Theater und Kinos geschlossen. Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 18 Uhr Gäste bedienen.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte vorgestern rund 30.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert, gestern waren es rund 22.250. Außerdem starben an beiden Tagen jeweils mehr als 200 Menschen mit oder an COVID-19.

Auch in den Niederlanden wird erwartet, dass die Regierung erneut Maßnahmen ver­schär­­fen wird. So sollen Kinos, Theater und Museen schließen. Vor knapp drei Wochen war ein Teil-Lockdown verhängt worden. Die Zahl der Neuinfektionen lag vor dem Wo­chen­ende bei mehr als 10.000 binnen 24 Stunden, scheint aber nun langsam zurück­zu­gehen. Doch der Druck auf Krankenhäuser bleibt nach wie vor sehr hoch.

Auch in Österreich, das gestern Abend von einem Terroranschlag in Wien erschüttert wur­de, gilt ähnlich wie Deutschland ein teilweiser Lockdown. Seit heute sind die Gastro­no­mie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot geschlossen.

Zwischen 20 Uhr und 6 Uhr in der Früh dürfen die Menschen ihre Wohnung nur noch mit einem guten Grund verlassen. Dazu zählt auch ein Spaziergang. Im Gegensatz zum Lock­down im Frühjahr bleiben dieses Mal aber der Handel und auch die meisten Schulen offen. Die Maßnahmen sollen bis Ende November gelten.

In Österreich und der Schweiz, die ähnlich wie im Frühjahr mit besonders vielen Corona­infektionen zu kämpfen hat, wird inzwischen die Debatte um die Triage immer lauter. Da­bei entscheiden Ärzte anhand der Überlebenschancen der Patienten, wer bei Betten­knapp­heit behandelt wird und wer nicht. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. November 2020
Berlin – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einer Adventsbotschaft Hoffnung auf die Überwindung der Coronakrise gemacht. „Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen“, schrieb
Steinmeier und Merkel rufen zu Geduld bei Einhaltung der Coronaauflagen auf
30. November 2020
Berlin – Die meisten SARS-CoV-2-Übertragungen im Krankenhaus finden von einem Mitarbeiter auf einen anderen Mitarbeiter statt. Das erklärte die Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin
COVID-19 im Krankenhaus: Übertragungen finden meist im Pausenraum statt
30. November 2020
Potsdam – Brandenburgs Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne) ist wegen einer Coronainfektion im familiären Umfeld in häuslicher Quarantäne. Das teilte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse
Brandenburgs Ge­sund­heits­mi­nis­terin in Quarantäne
30. November 2020
Berlin – Als Konsequenz aus der Coronakrise will der Bund in Deutschland an 19 Standorten eine nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter
Regierung beschließt Aufbau nationaler Notfallreserve für Schutzausrüstung
30. November 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) geht nach jetzigem Stand davon aus, dass der erste Coronaimpfstoff gegen SARS-Cov-2 Mitte Dezember zugelassen wird. „Das macht mich schon auch
Spahn rechnet mit SARS-CoV-2-Impfstoffzulassung Mitte Dezember
30. November 2020
Berlin – Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sieht beim Einsatz von Antigenschnelltests in der Coronapandemie noch Hürden. Für dieses Jahr seien für Berlin sechs Millionen dieser Tests
Kalayci sieht rechtliche Hürden bei Antigenschnelltests
30. November 2020
Berlin – Die Berliner Coronaampel ist zum ersten Mal seit der Einführung im Mai auch beim Kriterium Intensivbettenbelegung auf Rot gesprungen. Der gestern nachgemeldete Samstag-Wert von 25,3 Prozent
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER