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Medizin

SARS-CoV-2: Gibt es langfristige Virusausscheider?

Dienstag, 3. November 2020

/winyu, stock.adobe.com

Rom – Aus derzeit noch unklaren Gründen haben einige Patienten, die sich von COVID-19 erholt haben, später erneut einen positiven Abstrich auf SARS-CoV-2. Eine Studie aus Italien, die kürzlich im American Journal of Preventive Medicine (2020; DOI:
10.1016/j.amepre.2020.08.014
) veröffentlicht wurde, beziffert den Anteil auf fast 17 %. Ob und wie lange die Patienten infektiös sind, lässt die Studie jedoch offen.

Mediziner der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Rom begleiten derzeit eine Gruppe von Personen, die zwischen dem 21. April und dem 21. Mai an COVID-19 erkrankt waren. Die Patienten sind längst aus der Klinik entlassen. Alle erfüllten damals die WHO-Kriterien für eine Beendigung der Quarantäne, zu denen auch 2 negative Testresultate im Abstand von 24 Stunden gehörten.

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Dennoch scheinen sich nicht alle wieder erholt zu haben. Im Juli berichteten die Forscher im Amerikanischen Ärzteblatt, dass ein Teil der Patienten noch immer unter Abgeschla­gen­heit („Fatigue“) und Dyspnoe litten. Im Schnitt 60 Tage nach Auftreten der ersten Symptome seien nur 18 Patienten (12,6 %) völlig symptomfrei gewesen, hieß es in der damaligen Publikation.

Jetzt berichtet das Team um Francesco Landi, dass 22 von 131 (16,7 %) weiter betreuten Patienten im Durchschnitt 52,6 Tage nach dem Beginn der COVID-19-Erkrankung erneut einen positiven PCR-Test hätten. Bei diesen Patienten lag laut den Medizinern häufig eine Halsentzündung vor und sie wiesen Symptome eines leichten Schnupfens auf.

Ein positiver Test auf SARS-CoV-2 zeigt an, dass einzelne Gene des Erregers weiterhin im Nasen-Rachen-Raum nachweisbar sind. Die klinische Bedeutung ist nicht klar. Noch fehlt der Nachweis, dass die RNA von intakten Viren stammt, die Zellkulturen infizieren können.

Völlig unklar ist, ob von den Patienten ein Infektionsrisiko ausgeht. In der Umgebung der betroffenen Personen sind laut der Publikation keine Infektionen bekannt geworden. Vorsichtshalber sei einigen Patienten jedoch zu eine erneuten Quarantäne geraten worden.

Über ein ähnliches Phänomen hatten im Juli Mediziner aus Wuhan in Lancet Infectious Diseases (2020; DOI: 10.1016/S1473-3099(20)30433-3) berichtet. Dort waren 23 von 651 Patienten (3 %) nach einen Intervall von 48 Tagen erneut positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Eine Gefahr scheint von den möglichen „Carriern“ nicht ausgegangen zu sein. Die Epidemie in Wuhan ist längst beendet. © rme/aerzteblatt.de

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