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Medizin

Rückenschmerz: Elektroakupunktur erzielt in randomisierter Studie Teilwirkung

Montag, 16. November 2020

/vkph, stock.adobe.com

Palo Alto/Kalifornien – Die Elektroakupunktur, die gegenüber der konventionellen Akupunktur eine stärkere Wirkung erzielen soll, hat in einer randomisierten Studie in JAMA Network Open (2020; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.22787) die chronischen Rückenschmerzen nicht stärker gelindert als eine Scheinbehandlung. Eine gewisse Verbesserung der Mobilität im Alltag war jedoch erkennbar.

Chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigen Einsatzgebieten der Akupunktur. In Deutschland wird die Behandlung auf Grundlage der GERAC-Studie („German Acupuncture Trial“) von den Krankenkassen finanziert. Die Elektroakupunktur verspricht aufgrund der zusätzlichen Stimulation eine verbesserte Wirkung.

Ein Team um den Anästhesiologen Jiang-Ti Kong von der Stanford University School of Medicine in Palo Alto ging deshalb mit hohen Erwartungen in eine der ersten randomi­sierten klinischen Studien zur Elektroakupunktur.

An der Studie nahmen 121 Patienten teil, die seit mehr als 6 Monaten unter Rücken­schmerzen im Lumbalbereich litten, deren Intensität sie im letzten Monat auf mindestens 5 von 10 Punkten eingestuft hatten.

Die Patienten erhielten über 6 Wochen 12 Akupunk­turen von jeweils 45 Minuten Dauer. Pro Sitzung wurden mehr als 20 Nadeln gesetzt und elektrisch stimuliert. Allerdings wurden die Nadeln nur bei der Hälfte der Patienten in die Haut eingestochen. In der Kontrollgruppe wurden sogenannte Streitberger-Nadeln verwendet, die, ohne dass dies dem Akupunkteur bewusst wird, die Haut nicht penetrieren.

Der primäre Endpunkt der Studie war eine Linderung der Rückenschmerzen, die mit dem PROMIS-Instrument des US-National Institute of Health gemessen wurden, das die Schmerzen in den letzten 7 Tagen und aktuell erfragt. Die Auswertung erfolgte mit einem T-Score.

Anders als erwartet, erzielte die Elektroakupunktur keine deutliche schmerzlindernde Wirkung. 2 Wochen nach der letzten Sitzung hatte sich der T-Wert zwar günstiger entwickelt als in der Placebogruppe (-4,33 versus -2,30). Die adjustierte Differenz von 2,09 Punkten war jedoch mit einem 95-%-Konfidenzintervall von minus 0,09 bis 4,27 nicht signifikant.

Besser waren die Ergebnisse im „Roland and Morris Disability Questionnaire“ (RMDQ), in dem die Patienten nach einer Beeinträchtigung im Alltag gefragt werden. Die Bewertung im RMDQ reicht von 0 bis 24 Punkten, wobei 0 Punkte keine Behinderung und 24 Punkte den höchsten Grad an rückenbedingter Behinderung angibt.

Nach der „echten“ Elektroakupunktur verbesserte sich der RMDQ um 2,77 Punkte nach der „falschen“ kam es zu einer Verbesserung um 0,67 Punkten. Die adjustierte Differenz von 2,11 Punkten war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,47 bis 3,75 Punkten signifikant.

Die Elektroakupunktur hatte demnach wenigstens teilweise ihr Ziel erreicht. Die Vorteile im RMDQ waren jedoch nur moderat. Und da es sich bei dem RMDQ nur um den sekun­dären Endpunkt handelt, dürften die Ergebnisse Kritiker der Akupunktur kaum überzeu­gen. © rme/aerzteblatt.de

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