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Ärzteschaft

Labore warnen vor Überlastung durch immer mehr Coronatests

Dienstag, 3. November 2020

/picture alliance, BELGA, Kurt Desplenter

Berlin – Angesichts stark steigender Infektionszahlen warnen Labore vor einer Über­lastung beim Auswerten von Coronatests. Die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) heute auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit.

Inzwischen sei „die rote Ampel überfahren“ worden. Bei Fortsetzung einer solchen Über­flutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall drohe ein Zusam­menbruch der Versorgung. Nötig sei, die Testkapazitäten deutlich stärker auf besonders dringliche Fälle zu konzentrieren.

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Verbandschef Michael Müller sprach von „gefährlichen und so nicht mehr akzeptablen Zuständen“. Wie für die Kliniken brauche es auch für fachärztliche Labore Mechanismen gegen solche Überlastungsszenarien.

„Denn in den Laboren werden auch alle anderen Untersuchungen für die allgemeine Ver­sorgung der Bevölkerung durchgeführt. Bei weiterer Überlastung wird es schwer, leis­tungsfähig zu bleiben.“

Der Verband kritisierte, immer noch würden zu viele PCR-Tests auch ohne Symptome ge­macht und damit Personen mit sehr niedriger Priorität getestet. Für zusätzliche ungeziel­te Testkonzepte auf Landesebene gebe es keinen Spielraum mehr. In erster Linie seien medizinische Tests zur Diagnose von Infektionen da – und in der Pandemie auch dazu, die Ausbreitung zu verhindern und Risikogruppen zu schützen.

In der vergangenen Woche wurden nach Daten der 162 erfassten Labore 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht. Der Anteil positiver Tests stieg auf 7,3 Prozent nach 5,7 Prozent in der Woche zuvor – das entsprach demnach 104.663 positiven Tests. Der Rückstau von Pro­ben, die noch aus der Vorwoche stammten und gestern Morgen ohne Befund waren, habe sich auf 98.310 vergrößert.

Wenn sich die Zeit bis zum Ergebnis verlängere, erhöhe sich aber auch das Risiko, dass Infizierte zu lange ohne Befund bleiben, warnte der Verband. Zugleich bleibe kein Puffer, um auch auf größere regionale Ausbrüche schnell reagieren zu können.

Testen, testen, testen – aber nur, wo es wirklich notwendig ist, also vorrangig bei Er­krank­ten, Risikogruppen und medizinischem Personal, ist aus der Sicht des Vorsitzenden des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL) Andreas Bobrowski die richtige Antwort auf die sich wieder zuspitzenden Kapazitätsengpässe.

Denn wie schon im Frühjahr seien derzeit die für das PCR-Standardtestverfahren notwen­di­gen Verbrauchsmaterialien und Testkits auf dem Weltmarkt extrem knapp. Da in der Infektionsdiagnostik keine Abstriche bei der Qualität und beim Mitarbeiterschutz ge­macht werden dürften, blieben die weiteren Ausbaupotenziale eng begrenzt. © dpa/aerzteblatt.de

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