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Ärzteschaft

Fachgesellschaft rät zur höheren Gewichtung der Patienten­zufriedenheit bei HNO-Operation

Mittwoch, 4. November 2020

/Adiano, stock.adobe.com

Bonn – Ärzte sollten bei Operationen wegen einer chronischen Entzündung der Nasen­nebenhöhlen (chronische Rhinosinusitis, CRS) die Patientenzufriedernheit höher ge­wich­ten. Dazu rät die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals­chirurgie (DGHNO-KHC).

Die CRS ist eine häufige Erkrankung – rund jeder neunte bis zehnte Bundesbürger ist davon betroffen. Sie geht laut der Fachgesellschaft mit einer erheblichen individuellen und ökonomischen Krankheitslast einher.

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Kopf- und Gesichtsschmerzen, eine Riech­minderung, eine chronisch verstopfte Nase und Schlafprobleme schränkten die Lebens­qualität der Betroffenen stark ein, führten zu einer hohen Zahl von Fehltagen am Arbeits­platz und sei einer der häufigsten Gründe für die Verschreibung von Antibiotika.

„Um die Entzündung zu lindern wird den Patienten in der Regel empfohlen, die Nase re­gelmäßig mit Kochsalzlösung zu spülen und ein cortisonhaltiges Nasenspray zu verwen­den“, erläuterte Tanja Hildenbrand, Oberärztin an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohren­heilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Teilweise komme auch eine kurz- oder langfristige Therapie mit Antibiotika oder eine kurzfristige Therapie mit Kortikosteroiden in Betracht. „Erst wenn die medikamentöse Therapie erfolglos bleibt oder Komplikationen drohen, kann eine Operation eine Behand­lungsoption darstellen“, so die Expertin.

Es ist laut DGHNO-KHC allerdings schwierig, den Behandlungserfolg einer solchen Ope­ra­tion zu messen und zu beurteilen. In den vergangenen Jahren habe sich mehr und mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass neben objektiven Operationseffekten auch das subjek­tive Wohlbefinden des Patienten in diese Bewertung einbezogen werden müsse.

„Bei der CRS erscheint dies umso wichtiger, als sich häufig keine Korrelation zwischen objektiven Befunden wie CT-Bildern und der subjektiv empfundenen Lebensqualität des Patienten zeigt“, erläutert Andreas Dietz, Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik Leipzig und Vorstandsmitglied der DGHNO-KHC. Letztere sei jedoch für den Patien­ten das entscheidende Kriterium.

Um die Zufriedenheit mit dem Eingriff zu erfassen, stünden mittlerweile standardisierte Fragebögen zur Verfügung, die verschiedene krankheitsbezogene und allgemeine Aspek­te der Lebensqualität abfragten. „Dieses einfache und wichtige Instrument wird jedoch noch immer viel zu selten genutzt“, hieß es aus der Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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