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Ärzteschaft

Typ-2-Diabetes: Bei kardiovaskulärer Vorerkrankung auch Primärtherapie mit SGLT2-Hemmer oder GLP-1-Rezeptor­agonist möglich

Mittwoch, 4. November 2020

/Chinnapong, stock.adobe.com

Berlin – Übermorgen startet die erstmals rein virtuell stattfindende Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Bei einer Onlinepressekonferenz im Vorfeld des Kongresses wurden die beiden ersten Kapitel der neuen nationalen Versorgungsleitlinie zum Typ-2-Diabetes vorgestellt.

Sie eröffnet die Möglichkeit, Diabetespatienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung primär mit einer Kombination aus Metformin und einem SGLT2-Hemmer/GLP1-Rezeptor­agonisten zu behandeln.

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„Diese Empfehlung stellte eine fundamentale Änderung zu der bisherigen Leitlinie dar“, sagte Jens Aberle, Ärztlicher Leiter im Ambulanzzentrum und Fachbereich Endokrino­lo­gie, Diabetologie, Adipositas und Lipide am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und einer der Leitlinienautoren.

Die Leitlinienkommission habe zunächst die beiden Kapitel „Partizipative Entscheidungs­findung“ und „Medikamentöse Therapie“ erstellt, berichtete Aberle. Sie wurden im Juni zur Kommentierung freigegeben. Bis zum Ende der Konsultationsphase seien mehr als 130 Kommentare beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) eingegan­gen, die nun bearbeitet würden.

Mehr Adhärenz durch „Teambildung“ erhofft

Dass diese beiden Kapitel gemeinschaftlich erarbeitet und publiziert wurden, begründete der Hamburger Diabetologe damit, dass eine erfolgreiche medikamentöse Therapie stark von der Adhärenz abhänge, die beim Typ-2-Diabetes „generell schlecht“ sei. Eine Team­bil­dung zwischen Therapeut und Patient soll dies verbessern.

Um dem Arzt-Patienten-Team die partizipative Entscheidungsfindung zu erleichtern, ent­halte die Leitlinie unter anderem praktische Beispiele dafür, wie solche Gespräche aus­sehen könnten, so Aberle. Darüber hinaus finden sich Kommunikationshilfen und Tipps zur Überwindung von Barrieren, die das therapieziel gefährden können.

Änderungen bei der medikamentösen Therapie

Was die medikamentöse Therapie der Diabeteserkrankung angeht, gebe es eine wichtige Änderung zu der bisherigen Leitlinie: Patienten mit einer bereits bestehenden klinisch re­levanten Arteriosklerose sollen (bei HbA1c > 7) primär mit einer Kombinationstherapie aus Metformin und entweder einem GLP-1-Rezeptoragonisten oder einem SGLT2-Hem­mer therapiert werden.

Bei kardiovaskulären oder renalen Hochrisikopatienten könne dieser Behandlungsweg ebenfalls verfolgt werden. Allerdings bestehe hier auch noch die Möglichkeit einer pri­mä­ren Monotherapie mit Metformin, beispielweise bei jungen Diabetikern, die aufgrund eines erhöhten Blutdrucks in die Hochrisikokategorie fallen, so Aberle.

Patienten mit einem niedrigen Risiko sollen primär mit Metformin behandelt. Eine Be­hand­lung mit Insulin sieht die Leitlinie in vielen Fällen erst nach der Dreifachkombina­tion Metformin/GLP-1-Rezeptoragonist/SGLT2-Hemmer vor.

Aberle betonte, dass die nicht-medikamentöse Therapie ebenfalls einen Grundpfeiler der Diabetesversorgung darstelle, ebenso wie die Patientenschulung. Diesen Themen sollen sich eigene Kapitel der neuen Leitlinie widmen, an denen die Leitliniengruppe momentan arbeitet. Die ersten beiden Kapitel sollen Ende des Jahres publiziert werden. © nec/aerzteblatt.de

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