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Unfallchirurgen mahnen Vorbereitung von Kliniken auf mögliche Terrorakte an

Mittwoch, 4. November 2020

/gpointstudio, stock.adobe.com

Berlin – Nach den Terroranschlägen in Frankreich und Österreich hat die Deutsche Ge­sell­schaft für Unfallchirurgie (DGU) angemahnt, dass sich die Krankenhäuser in Deutsch­land flächen­deckend auf eine derartige Einsatzlage vorbereiten sollten.

„Wir nehmen die Terror­bedrohung unverändert sehr ernst und arbeiten schon länger da­ran, dass Mediziner für die Versorgung von Schuss- und Explosionsverletzungen ausgebil­det werden. Jetzt fordern wir die flächendeckende Umsetzung unserer Konzepte“, sagte DGU-Präsident Michael Raschke.

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Die derzeit mehr als 700 Traumazentren, die am TraumaNetzwerk DGU teilnehmen, soll­ten sich laut der neuen Ausgabe des „Weißbuches Schwerverletzenversorgung“ verpflich­tend auf die Bewältigung von Terror- oder Amoksituationen vorbereiten. Bisher war die medizinische Vorbereitung zum Management eines Ernstfalles freiwillig.

Mit dem Kapitel „Großschadensereignis Massenanfall von Verletzten (MANV) / Massen­anfall von Verletzten bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen (TerrorMANV)“ spricht die Fach­gesellschaft damit erstmals verbindliche Empfehlungen zur Bewältigung einer le­bensbedrohlichen Einsatzlage aus.

„Zur medizinischen Beherrschung eines TerrorMANV stehen Kliniken vor einer bisher un­bekannten Herausforderung. Daher sorgen wir dafür, dass ihre Handlungsfähigkeit für diese Fälle erweitert wird“, sagte der DGU-Generalsekretär Dietmar Pennig.

Die Fachgesellschaft hat dazu zusammen mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr einen Kurs „Terror and Disaster Surgical Care“ (TDSC) entwickelt. Dabei lernen erfahrene Unfall­chirurgen und Chirurgen medizinische Herausforderungen in einer Terror- oder Amoklage zu managen.

Der zweieinhalbtägige Kurs vermittelt unter anderem Kenntnisse über den Einsatz auf gefährlichem Terrain, wesentliche Aspekte der Wundballistik, Besonderheiten zur Versor­gung der speziellen Verletzungsmuster, wichtige Entscheidungsalgorithmen und Maß­nahmen zur Schadensbegrenzung und -regulierung.

Die Ereignisse in Frankreich und Österreich zeigen laut dem Leiter der DGU-Arbeits­gruppe „Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie“, Axel Franke, „dass die Daseins­vorsorge nicht nur die Bewältigung von Pandemien, sondern eben auch die permanente Versorgung von Unfällen und Terroranschläge miteinschließen muss“. © hil/aerzteblatt.de

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