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Politik

Ärztliche Leiter sollen Patientenströme in Bayern während der Pandemie steuern

Mittwoch, 4. November 2020

Melanie Huml (CSU), bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege. /picture alliance, Peter Kneffel

München – Bayern will während der Coronapandemie die Patientenströme zu und an den Kliniken regional steuern. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium führt dazu 26 „Ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung“ ein.

„Es ist wichtig, die Bettenbelegung noch effizienter zu lenken und auch damit die Klini­ken zu unterstützen. Dafür greifen wir auf ein bewährtes Instrument aus der ersten Phase der Pandemie zurück“, sagte heute Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU).

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Ziel sei, auf diesem Weg wie im Frühjahr eine Überlastung der Krankenhäuser durch COVID-19-Erkrankte zu verhindern und die reguläre Versorgung aufrechtzuerhalten. Huml erläuterte, die bayerischen Krankenhäuser versorgten im Augenblick 1.698 COVID-19-Pa­tienten. Davon würden 302 intensivmedizinisch versorgt. Im Augenblick verfüge das Land noch über 624 freie Intensivbetten.

Die Ärztlichen Leiter sollen in allen 26 Rettungsleitstellen in Bayern zum Einsatz komm­en. Sie werden bei den Zweckverbänden für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung eingesetzt und vom jeweiligen Landrat oder Oberbürgermeister ernannt.

„Die Ärztlichen Leiter sind ein Bindeglied zwischen den Krankenhäusern und bekommen weitreichende Entscheidungsbefugnisse“, erläuterte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek. Ihre Aufgabe sei es, die Verteilung der Patienten auf die Klinken und Reha­einrichtungen zu koordinieren. Dafür könnten sie unter anderem die Verlegung von Pa­tienten veranlassen und COVID-19-Schwerpunktkrankenhäuser bestimmen.

Holetschek betonte, im Augenblick empfehle die bayerische Staatsregierung noch nicht, elektive Behandlungen grundsätzlich zu verschieben, um freie Kapazitäten für COVID-19-Patienten freizuhalten. Regional sei es aber möglich, planbare Eingriffe und Behandlun­gen aufzuschieben – eben dies sollen die Ärztlichen Leiter vor Ort nach der Belegungs­situa­tion in den regionalen Krankenhäusern entscheiden.

„Die Coronapandemie ist eine Jahrhundertbelastungsprobe für unsere Gesellschaft und ganz besonders für die Krankenhäuser“, betonte Huml. Sie setze sich auf Bundesebene dafür ein, die Pflegepersonaluntergrenzen insbesondere in der Intensivmedizin wieder auszusetzen und die Ausgleichszahlungen für coronabedingte Vergütungsausfälle fort­zusetzen, so die Ministerin. © hil/aerzteblatt.de

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Mabued
am Samstag, 5. Dezember 2020, 18:08

mein-wille

Es darf nicht sein, dass Hausärzte immer weniger Zeit haben, schwerstkranke Pflegefälle zu besuchen und dann bei Bewusstlosigkeit, Fieber und pulmonalen Problemen von verzweifelten Angehörigen der Rettungsdienst alarmiert wird und Notfallsanitäter feststellen, dass der Patient einen extrem niedrigen SpO2-Wert hat und somit auf eine Intensivstation verbracht werden muss. Bei diesen Pflegefällen muss rechtzeitig eine verbindliche Patientenverfügung oder Vorabverfuegung erstellt werden, damit solche armen Menschen ohne Probleme evtl. auch einer palliativmedizinischen Versorgung zugeführt werden können. So stehen vielleicht noch freie Betten für schwerstkranke Patienten mit Aussicht auf Therapieerfolg zur Verfügung und frustrieren das Pflegepersonal und die versorgenden Ärzte nicht immer wieder mit der Maximalversorgung sterbender Menschen.
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