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Politik

Neue Entscheidungshilfe zu Amputationen beim diabetischen Fußsyndrom

Donnerstag, 5. November 2020

/picture alliance, Robert Guenther

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Information vorgestellt, die Betroffene bei der Entscheidung über die beste Behand­lung des diabetischen Fußsyndroms unterstützen soll. Ein Ziel ist, Amputationen mög­lichst zu vermeiden.

In Deutschland gibt es aktuell mehr als sieben Millionen Menschen mit Diabetes melli­tus. Etwa 20 bis 30 von 100 Menschen mit Diabetes entwickeln im Laufe ihres Lebens ein diabetisches Fußsyndrom. Dabei entsteht eine offene Wunde, die sich nicht von allein wieder schließt.

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„Bei größeren Wunden beraten Ärzte sehr unterschiedlich. Manche raten schneller zu einer Amputation von Zehen oder des ganzen Fußes, andere sind zurückhaltender“, hieß es aus dem IQWiG.

Die jetzt vorgelegte Entscheidungshilfe des IQWiG soll Patienten in dieser Situation un­terstützen. Sie beschreibt die verschiedenen Behandlungen beim diabetischen Fuß­syn­drom und zeigt Möglichkeiten auf, wie sich eine drohende Amputation möglicher­weise doch noch vermeiden lässt.

„Auch wenn eine Amputation kaum noch vermeidbar erscheint, lohnt es sich noch mal mit Spezialisten zu sprechen“, betonte Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheits­infor­mation im IQWiG.

Die Entscheidungshilfe ist im Auftrag des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) ent­standen und ein Baustein des seit 2019 gesetzlich festgelegten Zweitmeinungs­verfah­rens. „Auch wenn die ‚zweite Meinung´ hinter diesen Aufträgen steht, wäre es natürlich sinnvoll, unsere Entscheidungshilfen schon bei der ‚ersten Meinung‘ zu berücksichtigen“, betonte Koch.

Der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) zufolge hat die Coronapandemie die Situation bei den Amputationen noch verschärft. Grund dafür ist laut des Präsidenten der Fachgesellschaft, Dittmar Böckler, dass ab März dieses Jahres nicht unbedingt notwen­di­ge Untersuchungen und Behandlungen zunächst aufgeschoben wurden.

Erschwerend sei hinzugekommen, dass „viele Patienten mit chronischen Durchblutungs­stö­rungen der Beine aus Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion Vorsorgetermine nicht wahrgenommen haben“, so der Ärztliche Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endo­vaskuläre Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg. © hil/aerzteblatt.de

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