szmtag Teststrategie in Bayern auf dem Prüfstand
NewsPolitikTeststrategie in Bayern auf dem Prüfstand
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Teststrategie in Bayern auf dem Prüfstand

Montag, 9. November 2020

/picture alliance, Sven Hoppe

München – Bayern geht bei Coronatests bundesweit einen Sonderweg. Doch angesichts von Laboren an der Belastungsgrenze erwägt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun eine Anpassung. „Wir müssen jetzt sehen, ob bei steigendem Testaufkommen die Kapazi­täten weiter ausreichen“, sagte er dem Spiegel.

In Bayern kann sich derzeit jeder ohne Anlass kostenlos testen lassen – allerdings melde­ten Labore und Ärzte zuletzt Engpässe. Bayern sei ein Transitland, daher sei die offensive Teststrategie nützlich gewesen, sagte Söder.

Anzeige

„Der Staat mutet den Bürgern viel zu, daher ist der kostenlose Test ein Service für die Bür­ger. Besorgte Menschen in Bayern haben das Angebot gern angenommen. Aber wir werden sehen, wie sich die Kapazitäten in den kommenden Wochen entwickeln“, so Sö­der. „Jetzt müssen wir sehen, wie wir die nationale Teststrategie weiterentwickeln.“

Wichtig sei, dass Deutschland gemeinsam handle. Wie das konkret aussehen soll, sagte Söder nicht. Ein Regierungssprecher betonte, dass Tests in jedem Fall in Bayern weiterhin kostenlos bleiben werden.

„Wer keine Symptome hat, muss in der Regel nicht getestet werden.“ Peter Tschen­tscher, Hamburger Bürgermeister

In dem Doppelinterview zusammen mit dem Hamburger Bürgermeister Peter Tschen­tscher (SPD) sprach dieser sich gegen Tests ohne Anlass aus. „Wir können nicht beliebig viel testen, sondern müssen gezielt vorgehen“, sagte Tschentscher. „Wer keine Symptome hat, muss in der Regel nicht getestet werden.“

Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) ist sich nach eigener Aussage bewusst, dass es Kapazitätsprobleme gibt. „Ich bin über Videokonferenzen ständig im Aus­tausch mit den Laboren. 79 private und klinische Labore in Bayern melden uns zudem ihre Zahlen. Es stimmt, dass einige tatsächlich an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt sind“, sagte er dem Münchner Merkur. Es gebe aber in Bayern noch Labore mit freien Kapazitä­ten.

Man wolle erst einmal an den Tests festhalten. „Wir werden diesen Weg jetzt weiter­geh­en. Gleichzeitig schreiben wir unsere Teststrategie aber auch ständig fort und bleiben na­türlich auch im Austausch mit den Laboren“, sagte Holetschek. „Für Corona gibt es keine Blaupause. Wir sind in einem Prozess, in dem wir flexibel reagieren müssen.“

Die Frage ist auch, wann der neue Teillockdown Früchte trägt und die Infektionszahlen zurückgehen. Derzeit liegen die meisten Landkreise und Städte in Bayern über dem dun­kelroten Warnwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Den höchsten Wert hatte vorgestern laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel­si­cherheit mit mehr als 300 die Stadt Augsburg.

Bayern will nun den Einsatz neuer Antigenschnelltests stark ausweiten. Sämtliche 96 Landkreise und kreisfreien Städte Bayerns sollen mit den Schnelltests beliefert werden, die innerhalb von circa 15 Minuten ein weitgehend verlässliches Ergebnis liefern sollen.

Söder zeigte sich zuversichtlich, dass die derzeitigen coronabedingten Einschränkungen Wirkung zeigen. „Der Lockdown light wird wirken. Die Medizin ist bitter, aber notwendig. Ich hoffe, die Dosis reicht“, sagte der CSU-Chef der Rheinischen Post. Geduld sei aller­dings nötig. „Wir brauchen mindestens zwei Wochen, um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können.“ © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #761866
René Lutz
am Dienstag, 10. November 2020, 15:26

Unser Testlabore ist überlastet

Momentan dauert in unserem KV Labor eine SARS-COV2-PCR aufgrund des hohen Probenaufkommens ca. 7 Tage. Macht es dann noch überhaupt noch Sinn einen Corona-Abstrich-PCR vorzunehmen. Dann ist eine zeitnahe Kontaktermittlung kaum mehr möglich und das Ergebnis hat fast keine therapeutischen Konsequenzen mehr. In der Primärversorgung wäre momentan die Verwendung eines vom RKI gelisteten Antigen Schnelltest trotz der etwas niedrigeren Sensitivität sehr hilfreich und nicht teuer. Das schnelle Ergebnis gleicht aus meiner Sicht diesen Nachteil wieder aus. Trotzdem gibt es meines Wissens bisher keine Möglichkeit den Ag-Schnell-Test über die GKV abzurechnen.
Vielleicht sollte einmal darüber nachgedacht werden die Testkriterien an die Verfügbarkeiten anzupassen.

Eine Hausärztliche Praxis in Bayern
LNS
LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER