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Ärzteschaft

Migräne: 30,5 Millionen Tagesdosen zur Akuttherapie verordnet

Montag, 9. November 2020

/tonda55, stock.adobe.com

Berlin – Die Ärzte in Deutschland haben im vergangenen Jahr rund 30,5 Millionen Tages­dosen von Akutmedikamenten zur Migränetherapie (Triptane und Ergotamin) zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) verschrieben.

81 Prozent der Tagesdosen entfielen auf die Wirkstoffe Sumatriptan und Rizatriptan. Das geht aus einem neuen Schwerpunktbericht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor.

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Dieser Schwerpunktbericht zum Thema Migräne beruht auf einem interaktiven Webportal des Zi, das monatlich aktualisiert wird und einen laufenden Überblick über die Entwick­lung des GKV-Arzneimittelmarkts bietet – dem Rx-Trendbericht.

„Das Verordnungsgeschehen wird mit einem Anteil von fast zwei Dritteln von Sumatrip­tan dominiert“, schreiben die Zi-Autoren. Daneben spielten Rizatriptan mit 18,8 Prozent Verordnungsanteil und Zolmitriptan mit 13,6 Prozent noch eine nennenswerte Rolle.

„Dass Almotriptan, Eletriptan und Frovatriptan nur sehr geringe Verordnungsanteile von jeweils unter einem Prozent aufweisen, dürfte nicht auf substanzspezifische Besonder­hei­ten zurückzuführen sein, sondern vielmehr an den teils erheblichen Mehrkosten für die Patienten liegen“, berichten die Autoren.

Bei diesen drei Wirkstoffen übersteigen die Abgabepreise aller im Handel befindlichen Packungen den Festbetrag. „Ergotamin hat als Mittel der Reserve, das nur in einzelnen Fällen angewendet wird, erwartungsgemäß die geringsten Verordnungsanteile“, so die Zi-Wissenschaftler.

Sie gehen in dem Schwerpunktbericht auch auf die Migräneprophylaxe ein. Diese sollte laut den Autoren bei Patienten durchgeführt werden, die drei oder mehr Migräneattacken pro Monat haben oder solche, die sehr lange anhalten, nicht auf die Akutmedikation an­sprechen und einen hohen Leidensdruck verursachen. Auch das Risiko eines Medikamen­tenübergebrauchs sei bei der Indikationsstellung zu berücksichtigen.

Bis 2018 standen für die Prophylaxe laut den Autoren des Schwerpunktberichtes nur Wirk­stoffe zur Verfügung, die hauptsächlich für andere Indikationen wie Bluthochdruck oder Depressionen genutzt werden. 2018 wurden diese Therapieoptionen um bisher drei monoklonale Antikörper mit einem neuartigen Wirkprinzip erweitert: Erenumab, Galcanezumab und Fremanezumab.

Von ihnen profitierten insbesondere Patienten, bei denen die zuvor verfügbaren Thera­pien ausgeschöpft seien. Im Jahr 2019 wurden laut den Zi-Wissenschaftler hiervon rund 2,8 Millionen Tagesdosen verordnet. © hil/aerzteblatt.de

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