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Medizin

SARS-CoV-2: Mehrbettzimmer erhöhen Infektions- und Sterberisiko in Pflegeheimen

Dienstag, 10. November 2020

/Rawpixel.com, stock.adobe.com

Toronto – Die Unterbringung der Bewohner in Mehrbettzimmern und die gemeinsame Nutzung von Badezimmern erhöhen in Pflegeheimen das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 und die Gefahr tödlicher Verläufe.

In der kanadischen Provinz Ontario hätten nach einer Studie in JAMA Internal Medicine (2020; DOI: 10.1001/jamainternmed.2020.6466) fast 1/3 aller Infektionen und Todesfälle vermieden werden können, wenn alle Bewohner in Einzelzimmern untergebracht wären.

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Die Pflegekosten sind auch in Kanada hoch. Obwohl die Provinz Ontario pro Monat und Bewohner 4.200 kanadische Dollar (2.741 Euro) zur Verfügung stellt, müssen die Bewohner Zuzahlungen von 1.900 kanadischen Dollar (1.240 Euro) für einen Platz im Mehrbettzimmer und 2.700 kanadische Dollar (1.762 Euro) für ein Einzelzimmer zuzahlen. Wer das nicht leisten kann, erhält in der Regel einen Platz in einem Zimmer mit bis zu 4 Betten.

Die Unterbringung in Mehrbettzimmern schränkt bereits in normalen Zeiten die Privat­sphäre ein. Im Frühjahr erwies sie sich als ein zusätzliches Sterberisiko, wie Kevin Brown von der Dalla Lana School of Public Health in Toronto und Mitarbeiter ermittelt haben.

Die Forscher teilten die Heime nach einem „crowding index“ in Gruppen. Der „crowding index“ eines Heims erhöhte sich nicht nur durch den Anteil von Mehrbettzimmern, sondern auch durch gemeinsame Badezimmer, in der Bewohner ebenfalls mit den Viren anderer in Berührung kommen können.

Bis Ende Mai hatten sich in Ontario 5.218 Pflegeheimbewohner (6,6 %) mit SARS-CoV-2 infiziert und 1.452 (1,8 %) waren an COVID-19 gestorben. In der Hälfte der Heime mit einem hohen „crowding index“ infizierten sich 9,7 % gegenüber 4,5 % in den Heimen mit einem niedrigen „crowding index“. Auch die Sterberate war mit 2,7 versus 1,3 % doppelt so hoch, wenn die Bewohner dichter aufeinander lebten.

In einer Propensity-Score-Analyse, die einige Nachteile der Mehrbettzimmerbewohner (Alter, Geschlecht, Komorbidität, Bewegungsmangel und Ausbildung) berücksichtigt, schwächte sich das Risiko kaum ab. Lana ermittelt ein doppelt so hohes Infektionsrisiko (relatives Risiko 2,09; 1,30 bis 3,38) und eine um 83 % erhöhte Mortalität (relatives Risiko 1,83; 1,09 bis 3,08).

Computerberechnungen ergaben, dass die Umwandlung aller 4-Bett-Zimmer in 2-Bett-Zimmer 998 COVID-19-Fälle (19,1 %) und 263 Todesfälle (18,1 %) vermieden hätte. Wenn es in Ontario für Pflegeheimbewohner nur Einzelzimmer gebe, wären 31,4 % aller Infektionen und 30,1 % der Todesfälle verhindert worden. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #752861
Ameland
am Dienstag, 10. November 2020, 19:36

Bei dem Titel fehlt was

... und in Krankenhäusern.
LNS
VG WortLNS LNS
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