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Ärzteschaft

Labore drängen auf schnellere Digitalisierung von Praxen

Dienstag, 10. November 2020

/megaflopp, stock.adobe.com

Berlin – Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) drängt darauf, dass Arztpraxen den Datenaustausch mit den medizinischen Laboren digitalisieren. Mit einem schnelleren Anschluss gerade der Hausärzte an IT-Systeme könnten medizinische Labore mehr Coro­na­tests bewältigen, betont der Verband.

Bei der Digitalisierung geht es dem BDL vor allem um die Übermittlung von Auftrags­da­ten und die Rückübermittlung von Befunddaten. „Der hohe Erfassungsaufwand für einge­hende Coronavirusabstriche ist derzeit das Topthema in den medizinischen Laboren“, sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski.

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Viel zu oft müssten Mitarbeiter handschriftlich mitgelieferte Daten der Testpersonen im Labor mühsam in IT-Systeme eingeben, kritisierte er. „Je länger die Probenvorbereitung, desto länger die Wartezeit für die Testpersonen, desto später die Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter“, erläuterte Bobrowski die Konsequenzen.

Der Verband „Akkreditierte Labore in der Medizin“ (ALM) wies unterdessen daraufhin, dass die Testkapazität im Durchschnitt noch immer zu 97 Prozent ausgelastet sei. Dass die Auslastung die 100 Prozent nicht überschreite, liegt laut dem Verband „einzig daran, dass weitere Testkapazitäten aufgebaut werden konnten“.

ALM und BDL betonten, die neue Testempfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) könne entlastend wirken, wenn sie jetzt konsequent umgesetzt werde. Das RKI hatte am vergan­genen Freitag konstatiert, dass eine Testung aller Personen mit respiratorischen Sympto­men die Testkapazitäten im Winterhalbjahr überlasten würde.

Vor diesem Hintergrund haben die Berliner Experten strengere Kriterien für die Durch­füh­rung eines Coronavirustests definiert. Krankheitssymptome, Vorerkrankungen, mögliche Infektionsquellen und die Weiterverbreitungswahrscheinlichkeit sollen darüber entschei­den, wer auf das Coronavirus getestet wird und wer nicht.

Der ALM kritisierte in diesem Zusammenhang den bayerischen Weg scharf. „Während auf der einen Seite an einer gemeinsamen Impfstrategie gearbeitet wird und auch mit Blick auf die Intensivbetten der Fokus immer auf dem liegt, was medizinisch dringlich und wichtig ist, wird mit dieser unsachgemäßen und allen Empfehlungen widersprechenden Strategie im Süden Deutschlands eine unnötige Überlastung des Systems provoziert“, sagte der Vorsitzende des ALM, Michael Müller.

In Bayern kann sich derzeit jeder ohne Anlass kostenlos testen lassen – allerdings melde­ten Labore und Ärzte zuletzt Engpässe. © hil/aerzteblatt.de

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