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Ärzteschaft

Weltärztebund fordert stärkeren Einsatz gegen Pseudowissenschaften und -therapien

Dienstag, 10. November 2020

/vetre, stock.adobe.com

Ferney-Voltaire – Delegierte von mehr als 50 nationalen Ärzteverbänden haben bei der virtuellen Jahreshauptversammlung des Weltärztebundes (World Medical Association, WMA) eine neue Grundsatzerklärung verabschiedet. Darin fordern sie Gesundheits­behör­den auf der ganzen Welt auf, Pseudowissenschaften und Pseudotherapien entschiedener entgegenzutreten.

„In der Vergangenheit betrachtete die Ärzteschaft diese Pseudotherapien als harmlos, da sie offensichtlich keine Nebenwirkungen hatten“, sagte der neue WMA-Präsident David Barbe. Aber heute wisse man, dass es genü­gend Beweise dafür gebe, dass sie ein Risiko für die Patientensicherheit darstellen könnten.

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Ein Risiko besteht Barbe zufolge darin, dass Patienten wirksame, erprobte medizinische Behandlungen zugunsten einer unbewiesenen Behandlung aufgeben, wodurch ein The­rapieversagen und der mögliche Tod riskiert werde. Diesem Risiko müsse Einhalt geboten werden. Barbe, Hausarzt aus Missouri (USA), ist ehemaliger Präsident der American Medi­cal Association.

Die WMA-Delegierten warnen Ärzte zudem davor, sich auf unethische oder nicht geneh­mig­te Forschung zur Bearbeitung menschlicher Gene einzulassen. Zwar habe die Genedi­tierung ein großes Potenzial zur Verbesserung des menschlichen Lebens, sie werfe aber auch tiefgreifende Bedenken auf.

In der entsprechenden Erklärung heißt es: „Zu den ethischen Fragen im Zusammenhang mit der Genombearbeitung gehören auch Bedenken, dass die Bearbeitung für Verbes­se­rungszwecke und nicht für therapeutische Zwecke, das heißt zur Verbesserung der Ge­sundheit oder zur Heilung von Krankheiten, verwendet werden könnte“.

Die WMA-Hauptversammlung fordert die nationalen Ärzteverbände außerdem auf, die Be­kämpfung des Bluthochdrucks zur nationalen Gesundheitspriorität zu erklären. In einer neuen Grundsatzerklärung betont die WMA, dass Bluthochdruck weltweit der wichtigste Risikofaktor für kardiovaskuläre Todesfälle sei. © hil/aerzteblatt.de

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