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Politik

Krankenhäuser auf dem Land oft schwer erreichbar

Mittwoch, 11. November 2020

/VRD, stock.adobe.com

Berlin – Notfallpatienten auf dem Land haben oft einen weiten Weg zurückzulegen bis zum nächsten Krankenhaus. Darauf weist das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in seinem „Dritten Bericht der Bundesregierung zur Entwicklung der ländlichen Räume“ hin, den das Kabinett heute verabschiedet hat.

„Kritisch zu sehen ist aber die aufgrund unzulänglicher Verkehrsangebote oftmals schwie­rige Erreichbarkeit von Krankenhäusern für die Bevölkerung in einigen ländlichen Regio­nen, besonders wenn es um die Versorgung zeitkritischer Erkrankungen wie etwa Schlag­anfälle oder Herzinfarkte geht“, so das Ministerium.

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„Krankenhäuser der Regelversorgung sind in rund 100 Landkreisen mit dem Pkw im Mit­tel erst in 20 bis 30 Minuten zu erreichen, während dies in den meisten kreisfreien Städ­ten im Mittel in 5 bis 10 Minuten möglich ist.“ Es gibt in Deutschland knapp 300 Kreise.

In Städten seien hingegen auch Fachärzte vielfach zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Landbewohner bräuchten hingegen mit dem Rad in der Regel 25 bis 50 Minuten etwa zu einem Kinderarzt.

Insgesamt sei die stationäre Versorgungssicherheit aber auch in ländlichen Regionen ge­währleistet. „98,8 Prozent der Bevölkerung kann in weniger als 30 Minuten ein Kranken­haus der Grundversorgung erreichen.“

Das Angebot an ambulanten Gesundheits- und Pflegediensten sei in ländlichen Regionen derzeit noch als flächendeckend einzuschätzen, so der Bericht – allerdings steige der Be­darf dort stärker als in den Städten. Nicht nur Patienten, sondern auch Hausärzte alterten dort.

Im internationalen Vergleich sei die Gesundheitsinfrastruktur hierzulande aber „qualitativ relativ gut“, und die Angebote seien im Durchschnitt „relativ gut erreichbar“. Die Erreich­barkeit sei aber regional sehr unterschiedlich.

Grundsätzlich stelle der öffentliche Nahverkehr gerade in besonders dünn besiedelten ländlichen Regionen „derzeit häufig keine ernstzunehmende Alternative zum Privat-Pkw“, heißt es in dem Bericht.

In einigen Regionen verkehrten lediglich Schulbusse. Lücken füllen könnten sogenannte Rufbusse, die nur fahren, wenn man sich vorher anmeldet, oder Sammeltaxis. © dpa/aerzteblatt.de

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