szmtag Ärztekammer Sachsen bemängelt fehlende Notmaßnahmen für Kliniken und...
NewsÄrzteschaftÄrztekammer Sachsen bemängelt fehlende Notmaßnahmen für Kliniken und Praxen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer Sachsen bemängelt fehlende Notmaßnahmen für Kliniken und Praxen

Mittwoch, 11. November 2020

/picture alliance, Kay Nietfeld

Dresden – In der Coronapandemie ist die Unterstützung der Politik für Arztpraxen und Krankenhäuser nicht ausreichend. Das hat der Präsident der Sächsischen Landesärzte­kammer, Erik Bodendieck, heute betont.

Bodendieck wies darauf hin, dass alle Notmaßnahmen für die stationäre Ver­sorgung aus der ersten Welle mit dem 30. September endeten. Die bisher ausgebliebene Reaktivie­rung der Maßnahmen bezeichnete er als „indiskutabel“.

Anzeige

Als „unbedingt notwendig“ betrachtet der Präsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer vor allem vier Bausteine, die schnellstens wiederbelebt werden müssten, um das Funktio­nieren der Kliniken weiter zu gewährleisten.

Für notwendig hält er erneute eine Freihaltepauschale. Derzeit erhielten Kliniken noch keine Unterstützung für das überall geforderte Freihalten der Betten für COVID-19-Pa­tienten. „Teilweise wird aus wirtschaftlichen Gründen weiteroperiert und dabei das total überlastete Personal verbrannt“, so Bodendieck.

Darüber hinaus sollten Rehaeinrichtungen optional wieder als Akuteinrichtungen genutzt werden können, um dort COVID-19-Patienten zu behandeln. Auch sollten Zwölf-Stunden-Schichten, die nach Arbeitszeitgesetz nicht erlaubt sind, auf absehbare Zeit wieder mög­lich sein, um bei „extrem knappem Personal, insbesondere im Intensivbereich, die Ver­sorgung organisieren zu können“.

Kritik übte Bodendieck daran, dass die Nichteinhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen immer noch nicht wieder sanktionsfrei ist. Das sei „wirklich unglaublich, weil in dieser zweiten Welle jedes Haus das Personal absolut flexibel einsetzten muss“.

Auch die Überlastung der Praxen, welche die Wucht der zweiten Welle mit zu schultern hätten, sprach Bodendieck an. Er wies auf die Schwierigkeiten hin, die spätestens dann entstünden, wenn angestellte Fachkräfte oder gar der Arzt selbst erkrankten.

Finanziell seien die Praxen vor Mindererlösen zwar weitgehend bis Ende des Jahres abge­sichert. Mit der logistischen Herausforderung, die Flut der Patienten zu meistern, die es in den nächsten Wochen zu versorgen gelte, fühlten sich viele Praxen aber allein gelass­en. „Hier stehen die Hausärzte an vorderster Front und müssen jetzt zügig von den Fachärzten unterstützt werden.“

Erst gestern hatten die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) und die Sächsische Lan­des­ärz­te­kam­mer in einem gemeinsamen Schreiben an alle berufstätigen Ärzte in Sachsen auf deren besondere Bedeutung der medizinischen Versorgung in der Pandemie hingewiesen.

Beide schlugen den sächsischen Ärzten ein pragmatisches Vorgehen vor, da von ihnen die Beherrschung der Pandemie abhänge.

  1. Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist weder für Testung noch für die Behandlung von COVID-19-Patienten zuständig.
  2. Patienten mit COVID-19-Symptomen werden von den niedergelassenen Ärzten so­wohl getestet als auch versorgt.
  3. Um dies zu gewährleisten sind an die Praxisgegebenheiten angepasste Abläufe mit speziellen Infektsprechstunden und Hygieneplänen erforderlich.
  4. Patienten müssen durch die testenden Arztpraxen zu den Verhaltensregeln aufge­klärt werden.
  5. Mit positiv getesteten Patienten muss ein enger Kontakt gehalten werden, optimal wäre eine tägliche telefonische Kontaktaufnahme, mindestens bei den Risikopa­tien­ten.
  6. Die Versorgung akut erkrankter, nicht infektiöser, Patienten ist zu gewährleisten, nicht aufschiebbare Behandlungen müssen durchgeführt werden.
  7. Chronisch erkrankte Patienten sind bei aktuell unkompliziertem Verlauf der Er­krankung, nach Aufklärung je nach Verlauf, locker zu überwachen.
  8. Stationär tätige Kolleginnen und Kollegen sind für die sachgerechte Versorgung stationär behandlungsbedürftiger Patienten zuständig, nur bei freier Kapazität können sie in der ambulanten Versorgung unterstützen.
  9. Die personelle und die Bettenkapazität der Krankenhäuser müssen rasch auf an­stei­gende Bedarfe für an COVID-19 erkrankte Patienten ausgerichtet werden.
  10. Die Organisation durch die drei Koordinationshäuser entbindet kein Haus davon, eigene Hygienepläne und Maßnahmen umzusetzen.
© may/EB/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER