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Hochschulen

Netzwerk will Datenbasis für Coronaforschung schaffen

Dienstag, 17. November 2020

/picture alliance, PIXSELL, Zeljko Lukunic

Berlin – Die Universitätskliniken wollen mit weiteren Forschungseinrichtungen eine um­fassende Patientenkohorte von an COVID-19-Erkrankten aufbauen. Ziel ist, besser zu ver­stehen, was das Virus im Körper auslöst und wie Medikamente und Impfungen wirken. Aktuell werden erste Patienten am Universitätsklinikum Frankfurt und der Charité – Uni­versitätsmedizin Berlin registriert.

Das „Nationale Pandemie Kohorten Netz“ (NAPKON), ist eines der zentralen Projekte des von der Bundesregierung mit 150 Millionen Euro geförderten Netzwerks Universitätsme­di­zin. Die übergreifende Dateninfrastruktur für das Projekt stellt das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zur Verfügung.

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Die deutschen Universitätskliniken und ihre Partner wollen im Rahmen der Arbeit rund 8.000 Infizierte und Erkrankte über den gesamten Krankheitsverlauf beobachten, Blut­un­tersuchungen vornehmen und Besonderheiten im Krankheitsverlauf erfassen.

„Wir betrachten die Erkrankten wie unter einem Mikroskop, jede Kleinigkeit kann wichtig sein“, erläutert der Infektiologe Janne Vehreschild, Sprecher von NAPKON und Leiter einer standortübergreifenden Arbeitsgruppe an den Universitätskliniken Frankfurt und Köln so­wie dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF).

Das Studienpersonal erhebt neben klassischen klinischen Untersuchungsparametern Da­ten von bildgebenden Verfahren sowie Arzt- und Pflegeberichte und gibt alle Informatio­nen in eine deutschlandweite Datenbank ein.

Weitere Parameter kommen hinzu, beispielsweise Angaben zur Lebensqualität, wie schnell sich die Erkrankten erholen, ob sie psychische Probleme haben, wann sie wieder arbeitsfähig sind oder ob sie Folgeerkrankungen entwickeln.

Ein zentraler Bestandteil von NAPKON ist ein einheitliches Bioprobenset, das von allen Teilnehmern standardisiert erhoben wird. Etwa 2.000 Merkmale soll das Studienpersonal bei den teilnehmenden Patienten wiederholt erfassen.

„Unsere Untersuchungen werden uns erlauben, endlich auch Antworten auf drängende Fragen zur Gesundheit nach einer überstandenen Erkrankung zu finden“, erkärte Martin Witzenrath, stellvertretender Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie an der Charité.

Fünf Universitätskliniken – neben Frankfurt und der Charité auch Hannover, Kiel und Würzburg – koordinieren NAPKON, an dem sich alle Universitätskliniken und bis zu 200 weitere Einrichtungen beteiligen sollen, darunter auch Arztpraxen und Gesundheitsämter. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #839039
FreddyMueller
am Mittwoch, 18. November 2020, 08:52

Später Beginn

Zitat: „Wir betrachten die Erkrankten wie unter einem Mikroskop, jede Kleinigkeit kann wichtig sein“ - warum erst jetzt? Sollte damit nicht schon früher begonnen werden, wenn es sich um einen globalen Virus handelt?
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