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Ärzteschaft

Zahl der ambulanten Behandlungsfälle zeitweise zurückgegangen

Mittwoch, 11. November 2020

/picture alliance, Fabian Strauch

Berlin – Patienten haben seit Beginn der Coronapandemie im März weniger vertragsärzt­liche und vertragspsychotherapeutische Leitungen in Anspruch genommen als im Vorjahr. Das zeigt ein Trendreport des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Demnach lagen die Gesamtfallzahlen im Zeitraum vom 1. April bis zum 28. April und vom 29. April bis zum 26. Mai 2020 um 23 beziehungsweise 15 Prozent unter denen des Vor­jahreszeitraums. Ende Mai habe sich die Inanspruchnahme allmählich wieder normali­siert, schreibt das Zi.

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Die stärksten Rückgänge sind dem Zi zufolge im Rahmen der kinder- und fachärztlichen Versorgung mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt zu verzeichnen. Dort habe es im Vergleich zum Vorjahr einen Einbruch um 34 beziehungsweise 26 Prozent gegeben. Vom 27. Mai bis 30. Juni 2020 liegt die Gesamtfallzahl mit drei Prozent leicht über der Fallzahl des Vorjahreszeitraums.

Je nach Fachgruppe sind für das Zi unterschiedlich stark ausgeprägte Nachholeffekte bei Behandlungsfällen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt zu erkennen – jeweils plus zehn Prozent bei Haus- und Fachärzten, 16 Prozent bei den Kinderärzten und 23 Prozent bei den Psychotherapeuten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Starker Anstieg bei Psychotherapie

Der stärkste Wiederanstieg der Fallzahlen sei im Bereich der Psychotherapie sowie bei einzelnen Facharztgruppen wie etwa bei Nervenärzten und Schmerztherapeuten zu er­kennen, resümierte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Der Trendreport zeige, dass von weiteren ausgeprägten Effekten der zweiten Pandemiewelle auf die ver­tragsärztliche und psychotherapeutische Versorgung ausge­gan­­gen werden müsse.

Während die Zahl der Behandlungsfälle mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt bis Ende Mai gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, sind dem Trendreport zufolge die Fälle mit telefonischer Beratung oder per Videosprechstunde mit Beginn der Kontaktbeschrän­kungen ab März 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen.

So wurden im Zeitraum vom 4. März bis 30. Juni 2020 rund 3,1 Millionen ausschließlich telefonische Beratungen abgerechnet. Das sind gut 1,6 Millionen mehr als im Vorjahres­zeit­raum. Hinzu kamen laut Zi-Daten weitere rund 500.000 Stunden für telefonische Be­ratung, die über die im 2. Quartal 2020 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) eingeführten Zuschläge vergütet wurden.

Auch die Videosprechstunde wurde von April bis Juni immer stärker in Anspruch genom­m­­en. So wurden vom 4. März bis 30. Juni 1,24 Millionen Videosprechstunden durchge­führt, im Vorjahreszeitraum lag diese Zahl bei wenigen tausend. Die Häufigkeit der tele­fonischen Beratung und der Videosprechstunde folgt laut Zi dem Pandemieverlauf und nimmt im zweiten Quartal wieder ab, obgleich das Niveau über dem des Vorjahres­zeitraums liegt.

Verschiebbare Leistungen, wie die Krankheitsfrüherkennung, gehörten im 1. Quartal 2020 erwartungsgemäß zu den Leistungsbereichen, die besonders stark rückläufig waren. So ist die Zahl der Behandlungsfälle beim Mammografiescreening in der letzten Märzwo­che 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent, beim Hautkrebsscreening um 70 Prozent, bei der Früherkennungskoloskopie um 43 Prozent und bei der Früher­ken­nung von Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter um 23 Prozent gesunken.

Nur etwa halb so stark waren die Rückgänge etwa für Schulungen im Rahmen von Dis­ease-Management-Programmen (DMP) oder auch die Fallzahlen bei der bildgebenden Diagnostik. Auch dort habe sich die Inanspruchnahme dieser von der Pandemie stark betroffenen Leistungsbereiche erst wieder ab Ende Mai normalisiert.

Der Zi-Report basiert auf den Frühinformationen aus den ärztlichen Abrechnungsdaten von 16 der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen. Er knüpft an die Ergebnisse des Zi-Re­ports zum ersten Quartal 2020 an. © may/EB/aerzteblatt.de

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