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Corona-Warn-Apps brauchen Vertrauen für volle Wirkung

Freitag, 13. November 2020

/picture alliance, Sven Simon

Zürich – Regierungen müssen mehr für das Vertrauen der Bevölkerung in Corona-Warn-Apps tun. Das schreiben Forscher um Alessandro Blasimme und Effy Vayena vom Fach­bereich Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH Zürich in der Fachzeit­schrift Science (DOI: 10.1126/science.abd9006).

Eine echte Wirkung könnten Smartphone-Apps, die etwa Bluetoothtechnologie für Kon­taktnachverfolgung bei Coronainfektionen nutzen, erst mit ausreichend Nutzern erzielen, Solange die Wirkung der Apps in den Augen der Menschen nicht belegt sei, würden viele Menschen sie aber nicht herunterladen.

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Die Download-Zahlen der Corona-Warn-Apps bleiben den Forschern zufolge in vielen Staaten deutlich hinter den Erwartungen zurück. In Studien im April und Mai etwa in den USA, der Schweiz und Italien hätten sich zwischen 55 und 70 Prozent der Erwachsenen in allen Altersgruppen zur Nutzung einer Corona-Warn-App bereit gezeigt. Die tatsächlichen Nutzerquoten lagen dann aber in allen betrachteten Staaten teils deutlich unter 30 Pro­zent der Bevölkerung.

In Deutschland haben laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) bis Anfang No­vember 22 Millionen Menschen die App installiert, 18 bis 20 Millionen Menschen nutzen sie tatsächlich. Mehr als zwei Millionen Laborergebnisse seien bislang über die App über­mittelt worden.

Wegen der außergewöhnlichen Umstände der COVID-19-Krise seien die Pläne für die Ein­führung der Apps vielfach ohne Einbindung der Öffentlichkeit geschehen, geben die Au­to­ren zu bedenken.

„In demokratischen Ländern führt das wahrscheinlich zum Untergraben von Vertrauen in technische Lösungen, vor allem wenn sie eine durchdringende Überwachungslogik ver­körpern, die demokratischen Idealen entgegenzustehen scheint.“

Abhilfe könnten deshalb Kontrollgremien für die Regelung der Apps auf nationaler Ebene schaffen, in die neben Experten auch zivilgesellschaftliche Vertreter eingebunden seien, heißt es in der Studie. Außerdem sollte die Bevölkerung besser eingebunden werden. © dpa/aerzteblatt.de

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