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Medizin

Keime entwickeln möglicherweise schneller Resistenzen gegen Antiinfektiva

Mittwoch, 25. November 2020

/picture alliance

Zürich/Berlin – Medikamente gegen bakterielle Infektionen oder Pilzerkrankungen verlieren in vielen Fällen möglicherweise immer schneller ihre Wirkung. Das berichten Wissenschaftler der Freien Universität Berlin (FU) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) in der Fachzeitschrift Plos Pathogens (2020: DOI: 10.1371/journal.ppat.1008905).

Vor rund 80 Jahren wurden Antibiotika zum ersten Mal zur Bekämpfung von bakteriellen Krankheiten eingesetzt. Das Forschungsteam hat nun überprüft, ob die Zeitspanne zwischen der Einführung eines neuen Antibiotikums und dem Auftreten erster resistenter Keime zusehends kürzer wird.

Dafür analysierten sie bisherige Übersichtsstudien und gesundheitspolitische Publika­tionen. Die Gruppe um Jens Rolff vom Institut für Biologie – Zoologie der Freien Universi­tät Berlin bestätigt diese These, kritisiert aber zugleich die oftmals unzu­reichende Daten­grundlage der bisherigen Übersichtsarbeiten. Sie sei sehr unübersichtlich und im Fall der Antibiotika wenig belastbar.

Die Wissenschaftler nahmen auch Fungizide in den Blick. Hier ergebe sich ein ähnliches Bild: Pilze entwickelten immer schneller Resistenzen gegen neu eingeführte Fungizide, aber hier sind die Daten laut der Gruppe wesentlich besser belastbar.

Als Grund für die zunehmenden Resistenzen werde häufig der zunehmende Einsatz dieser Mittel genannt, so die Forscher. Dies erscheine allerdings in Hinblick auf Antibiotika-resistenzen eher unwahrscheinlich, denn die neuesten Wirkstoffe würden als sogenannte Reserveantibiotika anfangs nur sehr spärlich verwendet.

Eine mögliche Erklärung des Trends, dass Resistenzen immer rascher aufzutreten scheinen, könnte in der intensivierten Forschung und besseren Dokumentation von Infektionen mit resistenten Keimen liegen, wie das Forschungsteam weiter herausstellt. Dies wäre allerdings das „best-case scenario“, so die Wissenschaftler.

Aus der Evolutionsbiologie stamme aber eine weitere Vermutung: Viele neuere Anti­biotika und Fungizide beruhten auf früheren Wirkstoffen oder oftmals auch auf in der Natur vorkommenden Substanzen. Bestünde also gegen ein älteres Antibiotikum eine Resistenz, so wäre der Schritt zur nächsten Resistenzmutation vereinfacht, so Rolff.
„Daher ist es umso wichtiger, die Evolution von Resistenzen gegen Antibiotika und Fungizide besser zu verstehen“, betont Christopher Witzany aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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