szmtag McKinsey-Bericht: Deutsches Gesundheitswesen steht bei Digitalisierung...
NewsVermischtesMcKinsey-Bericht: Deutsches Gesundheitswesen steht bei Digitalisierung noch am Anfang
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

McKinsey-Bericht: Deutsches Gesundheitswesen steht bei Digitalisierung noch am Anfang

Donnerstag, 12. November 2020

/leowolfert, stockadobecom

Berlin – Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens arbeitet Deutschland immer noch an den Grundlagen. Vor allem im Austausch zwischen Ärzten und anderen Gesundheits­ein­richtungen gebe es dringenden Nachholbedarf, erklärten die Autoren des ersten E-Health-Monitors der Unternehmensberatung McKinsey & Company, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach kommunizierten 93 Prozent der niedergelassenen Ärzte hierzulande im ver­gangenen Jahr noch überwiegend in Papierform mit Krankenhäusern. Nur 44 Prozent der Gesundheitseinrichtungen wie etwa Krankenhäuser und Praxen tauschten Daten den Angaben zufolge digital aus.

Anzeige

Für ihren Bericht ließen die Autoren unter anderem eigene Erhebungen mit knapp 580 Befragten durchführen, zogen vorangegangene Eigenanalysen heran und bezogen Umfra­gedaten aus anderen Quellen.

Darunter das Praxisbarometer Digitalisierung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) oder Analysen vom Digitalverband Bitkom sowie von HIMSS, einer US-amerikani­schen Non-Profit-Organisation, die sich darum bemüht, Gesundheitssysteme durch den Einsatz von IT und Management-Systemen effektiver zu gestalten.

Aus den Daten erstellte McKinsey eine Meta-Analyse zum derzeitigen Stand der Digitali­sierung des deutschen Gesundheitswesens mit den Schwerpunkten technische Infrastruk­tur, digitale Angebote und Nachfrage bei Gesundheitseinrichtungen sowie Nutzung digi­ta­ler Gesundheitsangebote.

Eine Analyse von Studien zum Thema eHealth aus den letzten zwanzig Jahren soll zudem einen Eindruck des potenziellen Nutzens von E-Health-Lösungen bieten. Es sei geplant einen solchen Bericht von nun an jährlich zu veröffentlichen, erklärten Laura Richter und Tobias Silberzahn, Partner und Associate Partner bei der Unternehmensberatung, die den eHealth Monitor 2020 vorstellten.

Sie zeigten sich optimistisch, dass sich schon beim nächsten Bericht Fortschritte zeigen könnten. „In den letzten Jahren gab es viele vielversprechende Gesetzentwicklungen, die werden in den nächsten Jahren Früchte tragen“, erklärte Richter. Bis Dato seien aber viele Bereiche auch noch nicht so weit, wie sie sein könnten.

So stellten 59 Prozent der ambulanten Ärzte und Physiotherapeuten ihren Patienten im Jahr 2019 keinerlei administrative Gesundheitsservices, wie etwas eine Onlineterminbu­chung, zur Verfügung.

Anders sehe die Situation etwa bei den Krankenkassen aus, die den Versicherten dem Be­richt zufolge bereits „eine breite Palette digitaler Services“ anbieten. Dazu zählten bei­spielsweise das Einreichen von Rechnungen und Erstattungen auf digitalem Wege.

Das wachsende Interesse an digitalen Gesundheitsanwendungen zeichne sich auch bei den Patienten ab. So habe sich die Anzahl der Downloads solcher Anwendungen vom ersten Quartal 2019 zum gleichen Zeitraum in 2020 auf zwei Millionen verdoppelt. „Auch wenn diese Anzahl im Verhältnis zur Menge der chronisch kranken Patienten in Deutsch­land, die solche Anwendungen potenziell nutzen könnten, noch immer klein ist“, so Sil­berzahn.

Dazu, welchen Nutzen E-Health-Anwendungen haben können, gebe es aber noch zu we­nig Forschung, erklärten die Autoren basierend auf ihrer Studienanalyse. Von rund 14.500 Studien, die im Zeitraum zwischen 2010 und 2020 auf der wissenschaftlichen Datenbank pubmed aus Deutschland publiziert worden seien, hätten sich nur 158 mit dem Thema E-Health befasst.

Ein Großteil davon bescheinige digitalen Gesundheitsanwendungen positive Effekte, wie einen verbesserten Gesundheitsstatus der Patienten. Perspektivisch müssten mehr solcher Untersuchungen durchgeführt werden, forderte Silberzahn als ein zentrales Ergebnis des Berichts. „Je besser man den Nutzen solcher Anwendungen belegen kann, desto größer wird die Akzeptanz sein.“

Denn auch dieser Punkt sei häufig ein Hindernis für das schnellere Voranschreiten der Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Es muss sichergestellt werden, dass jeder Stakeholder für sich einen messbaren Mehrwert sieht. Es darf kein Mehraufwand für nur eine Gruppe entstehen“, präzisierte Richter. Wenn all das gegeben sei, werde die Digita­lisierung langfristig eine Eigendynamik entwickeln. © alir/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG WortLNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER