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Medizin

Spanien: Deutlicher Knick in der Lebenserwartung durch die erste Welle von COVID-19

Donnerstag, 12. November 2020

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Barcelona – Die COVID-19-Epidemie hat im Frühjahr in Spanien, damals eines der weltweit am stärksten betroffenen Länder, zu einem Knick in der Lebenserwartung geführt. Besonders stark betroffen war neben Katalonien die Hauptstadt Madrid.

Dort sank die Lebenserwartung laut einer Untersuchung in PLOS ONE (2020; DOI: 10.1371/journal.pone.0241952) auf dem Höhepunkt während 2 Wochen um 15 Jahre. Auf das ganze Jahr bezogen könnte die Lebenserwartung in der Metropole bei Männern um 2,8 Jahre sinken. Auf ganz Spanien bezogen könnte die Lebenserwartung um 11 Monate zurückgehen.

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In Spanien wurden bis zum 19. Juli 28.000 Todesfälle an COVID-19 registriert. Die Zahl der Opfer dürfte noch höher sein, da möglicherweise nicht alle Erkrankungen erkannt wurden. Außerdem muss auch mit einem Anstieg der Sterblichkeit bei anderen Erkran­kungen gerechnet werden, da einige Menschen aus Angst vor einer Infektion auf lebens­erhaltende Therapien verzichteten und andere wegen eines überforderten Gesundheits­wesens nicht behandelt werden konnten.

Eine genaue Bewertung ist über die Analyse der Todesbescheinigungen möglich, auf denen das Alter der Verstorbenen angegeben wird. Aus diesen Daten lässt sich die aktuelle durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung errechnen, die die Auswir­kung der Epidemie vielleicht deutlicher vor Augen führt als die Gesamtzahl der Todes­fälle.

Sergi Trias-Llimós vom Centre d'Estudis Demogràfics in Bellaterra bei Barcelona hat die wöchentlichen von den spanischen Behörden herausgegebenen Todesstatistiken (MoMo) analysiert. Sie verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Todesfälle in den Kalender­wochen 13 und 14 (23. März bis 5. April).

In Madrid kam es in dieser Zeit zu einem Rückgang der Lebenserwartung um 11,2 Jahre bis 14,8 Jahre. In Katalonien kam es ebenfalls zu einem Einbruch zwischen 8,4 und 9,4 Jahren. Betroffen waren auch die Regionen Kastilien-La Mancha und Kastilien y León, während Galizien und Asturien im Nordwesten und Murcia im Süden sowie die Kanari­schen Inseln weitgehend verschont blieben.

Der Einbruch dauerte nur wenige Wochen. Ab der 21. Woche (18. bis 24. Mai) hatten die wöchentlichen Berechnungen der Lebenserwartung wieder in etwa das Niveau von 2019 erreicht. Bezogen auf das gesamte Jahr könnte der Rückgang bei 0,9 Jahren (10,5 Monate) liegen. In Madrid könnte er 2,8 Jahre bei Männern und 2,1 Jahre bei Frauen betragen. © rme/aerzteblatt.de

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