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Politik

SARS-CoV-2: Neuer Höchstand, keine Lockerungen

Freitag, 13. November 2020

/picture alliance, Bernd Wüstneck

Berlin – Nach der Halbzeit des Teillockdowns zur Eindämmung der Coronapandemie in Deutschland will die Bundesregierung an den Einschränkungen absehbar festhalten. „Für die Bundesregierung kann ich sagen, dass bei diesem Stand der Dinge für Montag jeden­falls keine Lockerungen von Einschränkungen zu erwarten sind“, sagte Regierungsspre­cher Steffen Seibert heute in Berlin. „Die kann es noch nicht geben.“

An diesem Montag beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsi­denten über die seit Anfang vergangener Woche geltenden Einschränkungen. Bereits bis­lang war geplant, dass diese den ganzen November über aufrecht erhalten bleiben. Mit den Worten Seiberts bleibt nun zunächst weiter unklar, ob weitere Maßnahmen für nötig gehalten werden und wie es danach weitergeht.

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Zu früh für ein abschließendes Urteil

Seibert wies darauf hin, dass sich weiter immer mehr Menschen mit dem Virus anstecken. „Der Anstieg der Zahlen hat sich abgeflacht, aber sie steigen eben immer noch an.“ Er sagte, es müsse abgewartet werden, wie die Maßnahmen wirken. „Jeder Tag zählt.“ Es sei zu früh für ein abschließendes Urteil. Mit Lockerungen würde das Land steigende Infek­tionszahlen riskieren, sagte Seibert.

Das Ziel sei die Annäherung an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50. Diese Zahl der Neuin­fek­tionen pro 100.000 Einwohner und Woche liegt seit Tagen deutlich über 130. Erst bei der Größenordnung um die 50 sei es aber wieder möglich, dass die Gesundheitsämter ein­zelne Kontakte von Infizierten nachvollziehen könnten, sagte Seibert.

Kein Weihnachten in Einsamkeit

Er rief einen Satz von Merkel in Erinnerung: „Es soll kein Weihnachten in Einsamkeit wer­den.“ Um das zu erreichen, komme es aber auf die Verantwortung jedes Einzelnen an. Offen ist es nach seinen Worten, ob die Lage an den Schulen bei den Beratungen am Montag eine Rolle spielen werden.

„Für die Bundesregierung war immer klar, wir wollen, so gut es möglich ist, die Schulen offen halten.“ Die Politik habe ein großes Interesse, dass die Kinder weiter in die Schulen gehen könnten. Digitales Homeschooling könne nicht alles ersetzen. Fragen etwa zur Mas­kenpflicht im Unterricht seien Ländersache.

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.542 neue Infektionen mit SARS-CoV-2 binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist heute ein neuer Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Morgen hervorgeht.

Am vergangenen Samstag war mit 23.399 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1.700.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 751.095 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammen­hang mit dem Virus stieg bis heute um 218 auf 12.200. Gestern hatte diese Steigerung 215 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 481.700 der registrierten Infizierten inzwischen genesen sind.

Das Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. © dpa/aerzteblatt.de

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Andre B.
am Samstag, 14. November 2020, 05:23

Infektionszahlen in Madrid sinken stark: Experten staunen über "Wunder von Madrid"

Mit dieser Überschrift verblüfft "focus.de" heute abend seine LeserInnen. "Forscher finden keine Erklärung" heißt es, aber der "Focus" ist schlauer.

»Medien sprechen von einem Wunder, Forscher staunen und finden keine richtige Erklärung für das Phänomen: Im einstigen Corona-Epizentrum Madrid gehen die Zahlen rapide runter, obwohl Bars und Restaurants voll sind…

"Der Retiro und andere Parks sind dieser Tage in Madrid voller Freizeitsportler und Spaziergänger. Will man die milde Herbstsonne lieber sitzend bei einem Bierchen oder dem beliebten Erdmandelmilch-Getränk Horchata genießen, muss man oft länger nach einem freien Terrassen-Tisch suchen. Während in vielen anderen Städten Spaniens und Europas neben Gastronomiebetrieben auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen teils völlig dicht sind, darf man in der spanischen Hauptstadt bis Mitternacht in Bars und Restaurants sitzen. Das Überraschende dabei: Trotz des relativ ausgelassenen Treibens gehen im einstigen Corona-Epizentrum die Infektionszahlen und andere wichtige Indikatoren seit Wochen zum Teil rapide nach unten."

Alle Experten "rätseln" noch, aber "Focus" kennt schon die Antworten:

»Was macht Madrid anders als andere Regionen? Der Hauptunterschied: Man verzichtet auf die Absperrung der gesamten Region oder ganzer Städte und Gemeinden und riegelt nur kleinere Bezirke ab, die hohe Zahlen haben. Diese Gebiete darf man nur mit triftigem Grund verlassen oder betreten. Die Sperrstunde wird dort auf 22 Uhr vorverlegt, Parks und Spielplätze werden geschlossen. Das reicht offenbar: Am Freitag wurden 10 der insgesamt 32 betroffenen Gebiete wieder "entriegelt", weil die Infektionszahlen dort in 14 Tagen halbiert wurden.«

>>> https://www.focus.de/gesundheit/news/forscher-finden-keine-erklaerung-restaurant-sind-voll-corona-zahlen-sinken-rapide-experten-staunen-ueber-wunder-von-madrid_id_12658968.html
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